Stablecoin-Gesetzgebung: Kompromissbemühungen im Weißen Haus

Das Weiße Haus strebt über begrenzte Stablecoin-Belohnungen einen Kompromiss in der Gesetzgebung für digitale Vermögenswerte an, um den Stillstand beim ‚Digital Asset Market Clarity Act‘ zu überwinden. Bei einem Treffen am 19. Februar 2026 wurden konstruktive Diskussionen geführt, jedoch noch keine endgültige Einigung erzielt.

Im Zentrum der Verhandlungen steht die Frage, ob und unter welchen Bedingungen Stablecoins Zinserträge oder Belohnungen anbieten dürfen. Bankenvertreter sehen hierin eine Gefahr für ihr Einlagengeschäft und fordern ein umfassendes Verbot. Das US-Finanzministerium schätzt, dass bei einer breiten Akzeptanz von zinszahlenden Stablecoins bis zu 6,6 Billionen US-Dollar aus dem traditionellen Bankensystem abfließen könnten.

Krypto-Berater Patrick Witt leitet die Bemühungen des Weißen Hauses für einen Kompromiss. Der Vorschlag sieht die Erlaubnis von Belohnungen für spezifische Transaktionen oder Aktivitäten vor, schließt jedoch explizit Zinsen auf ruhende Stablecoin-Guthaben aus, die direkt mit Bankeinlagen konkurrieren würden.

Die Krypto-Industrie argumentiert, dass aktivitätsbasierte Belohnungen die Liquidität im dezentralen Finanzwesen (DeFi) fördern und ein Verbot Innovationen behindern würde.

Vertreter der Krypto-Branche wie Coinbase und Ripple sowie Organisationen wie die Blockchain Association und das Crypto Council for Innovation sind in die Diskussionen eingebunden. Coinbase generierte im vierten Quartal 2025 rund 367 Millionen US-Dollar an Stablecoin-Zinseinnahmen im Zusammenhang mit USDC.

Die fortbestehenden Meinungsverschiedenheiten verzögern die Verabschiedung des ‚Digital Asset Market Clarity Act‘. Dieser Gesetzesentwurf soll klare regulatorische Richtlinien für digitale Vermögenswerte in den USA schaffen. Der bereits verabschiedete ‚GENIUS Act‘ verbietet Stablecoin-Emittenten zwar die Zahlung direkter Zinsen, nicht aber explizit Drittanbieter-Plattformen, Belohnungen anzubieten.

Das Weiße Haus drängt auf eine zügige Einigung, möglicherweise mit einer Frist bis zum 1. März 2026, um die Gesetzgebung noch vor dem Sommer voranzutreiben. Die Durchsetzung zukünftiger Regelungen wird voraussichtlich bei der SEC, dem Finanzministerium und der CFTC liegen.