Stablecoins, oft als „Krypto-M2“ bezeichnet, sind entscheidend für die Liquidität im Kryptomarkt und fungieren als das „trockene Pulver“ für Investitionen. Ihre Marktkapitalisierung, die aktuell bei rund 266,6 Milliarden Euro liegt, zeigt das im System verfügbare Kapital an und beeinflusst maßgeblich die Dynamik von Kryptowährungen wie Bitcoin.
Stablecoins ähneln in ihrer Funktion der traditionellen M2-Geldmenge, die Bargeld, Sicht- und Sparkonten sowie leicht liquiderbare Vermögenswerte umfasst. Im Kryptouniversum bieten sie als meist US-Dollar-gekoppelte Vermögenswerte eine stabile Basis für Transaktionen und Wertaufbewahrung. Die Größe ihrer Marktkapitalisierung spiegelt direkt das für Investitionen bereitstehende Kapital wider. Ein Anstieg signalisiert frische Mittel, die in den Markt fließen. Die Marktkapitalisierung erreichte Ende Januar 2025 mit 206 Milliarden US-Dollar ein historisches Hoch, was einem Zuwachs von 57 % im Jahr 2024 entsprach. Prognosen deuten auf eine Marktgröße von 500 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 hin.
Mitte Februar 2026 stieg die gesamte Marktkapitalisierung von Stablecoins innerhalb von sieben Tagen um 5,5 Milliarden US-Dollar auf über 300 Milliarden US-Dollar, was als bullisches Signal gewertet wird.
Das Stablecoin Supply Ratio (SSR) ist ein wichtiger Indikator, der die Marktkapitalisierung von Bitcoin mit dem gesamten Stablecoin-Angebot vergleicht. Ein fallendes SSR deutet auf ein wachsendes Stablecoin-Angebot im Verhältnis zu Bitcoin hin, was oft mit einer zunehmenden Kaufkraft und der Bildung von Marktböden verbunden ist. Historisch fand Bitcoin Unterstützung, wenn das SSR um 9,5 lag. Umgekehrt signalisiert ein steigendes SSR eine Verlangsamung der Liquiditätsexpansion, was oft mit lokalen Höchstständen bei Bitcoin einherging.
Die Konzentration von Stablecoins auf zentralisierten Börsen, insbesondere Binance, das etwa 65 % der Stablecoin-Liquidität auf diesen Plattformen hält, deutet darauf hin, dass Kapital eher im System verbleibt. Dies kann die Marktliquidität beeinflussen, wie im Dezember 2025 beobachtet, als sinkende Zuflüsse das Aufwärtsmomentum begrenzten und das Kapital im System verharren ließen, was die Preise anfälliger für negative Nachrichten machte.
Historisch gab es eine starke Korrelation zwischen dem Bitcoin-Preis und der globalen M2-Geldmenge. Daten von Mai 2013 bis Juli 2024 zeigen eine Korrelation von 0,94. Eine Ausweitung der M2-Geldmenge, die im Dezember 2025 in den USA mit 22,3 Billionen US-Dollar ein neues Rekordhoch erreichte, war oft ein Vorbote für Aufwärtsbewegungen im Kryptomarkt. Es wird jedoch diskutiert, ob diese Korrelation angesichts der zunehmenden Reife von Bitcoin abnehmen könnte.




