Der globale Vermögensverwalter State Street treibt seine digitale Transformation voran und plant die Einführung tokenisierter Produkte wie Einlagen und Stablecoins. Dies markiert eine strategische Neuausrichtung weg von traditionellen Back-Office-Dienstleistungen hin zur aktiven Produktentwicklung im digitalen Finanzwesen.
State Street wird eine Produktpalette entwickeln, die Geldmarktfonds, ETFs, tokenisierte Einlagen und Stablecoins umfasst. Das Unternehmen setzt auf enge Kooperationen mit institutionellen Kunden, Vermögensverwaltern wie Franklin Resources und Fidelity sowie dem eigenen Vermögensverwaltungsarm. Ein Beispiel ist der ‚State Street Galaxy Onchain Liquidity Sweep Fund (SWEEP)‘, ein tokenisierter privater Liquiditätsfonds, der 24/7 On-Chain-Liquidität durch PYUSD Stablecoins für Zeichnungen und Rücknahmen ermöglichen soll. Der Start auf der Solana-Blockchain ist für Anfang 2026 mit einer erwarteten Startinvestition von rund 200 Millionen US-Dollar geplant.
State Street ist Investor bei Fnality, einer Blockchain-basierten Zahlungslösung für den Interbankenverkehr, und prüft Abwicklungsmöglichkeiten über diese Plattform.
Die Abteilung ‚State Street Digital‘, gegründet im Juni 2021, konzentriert sich auf Kryptowährungen, CBDCs, Blockchain-Technologien und Tokenisierung. Laut einer State Street Studie aus dem Jahr 2025 erwarten institutionelle Anleger eine Verdoppelung ihres Engagements in digitalen Vermögenswerten innerhalb von drei Jahren. Mehr als die Hälfte prognostiziert, dass bis 2030 zwischen 10 % und 24 % ihrer Investitionen tokenisiert sein werden, wobei Private Equity und private festverzinsliche Wertpapiere voraussichtlich die ersten tokenisierten Anlageklassen sein werden.
Institutionelle Investoren sehen in der Tokenisierung vor allem Vorteile wie erhöhte Transparenz (52 %), schnelleren Handel (39 %) und geringere Compliance-Kosten (32 %). Fast die Hälfte erwartet durch verbesserte Transparenz Kosteneinsparungen von über 40 %.
Die regulatorischen Rahmenbedingungen für Stablecoins entwickeln sich weiter. In Europa sind die MiCA-Regeln seit dem 30. Juni 2024 für E-Geld-Tokens und vermögensreferenzierte Tokens anwendbar, während die vollständigen Regeln bis zum 30. Dezember 2024 in Kraft treten. Auch im Vereinigten Königreich gibt es Diskussionen über einen Regulierungsrahmen für Stablecoins.




