Finanztechnologiegigant Stripe sieht enorme Anforderungen an Blockchains durch künftige KI-Agenten. Prognostiziert werden bis zu eine Milliarde Transaktionen pro Sekunde (TPS), die für die Abwicklung von maschinenbasiertem Handel notwendig sind. Dies unterstreicht die dringende Notwendigkeit einer erheblichen Skalierung der aktuellen Blockchain-Infrastruktur.
In seinem Jahresbrief äußerten die Mitbegründer Patrick und John Collison die Erwartung, dass KI-Agenten zukünftig einen Großteil der Internet-Transaktionen durchführen werden. Diese autonomen Systeme werden Aufgaben wie Preisvergleiche, Bestellungen und Zahlungsabwicklungen selbstständig übernehmen, was zu einem exponentiellen Anstieg von maschinenbasiertem Verkehr (M2M) mit vielen kleinen Transaktionen führt.
Die Notwendigkeit einer enormen Skalierbarkeit wird als kritisch für den Erfolg dieser ‚Agenten-Ökonomie‘ angesehen.
Aktuelle Blockchain-Netzwerke sind von dieser Leistung weit entfernt. Während führende Systeme wie Internet Computer Protocol (ICP) und Solana (SOL) im Durchschnitt nur etwa 1.000 bis 1.200 TPS bewältigen, liegen selbst ihre theoretischen Maximalwerte weit unter der prognostizierten Milliarde TPS. Dies verdeutlicht die bestehende Skalierbarkeitslücke.
Stripe hebt Schwächen der aktuellen Blockchain-Infrastruktur hervor. Überlastungen, wie sie durch den Handel mit Memecoins auf großen Blockchains verursacht wurden, führten zu erheblichen Verzögerungen und stark erhöhten Transaktionsgebühren. Solche Probleme würden sich mit der zunehmenden Nutzung von KI-Agenten voraussichtlich verschärfen.
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, investiert Stripe aktiv in Skalierungslösungen. Das Unternehmen hat ‚Tempo‘ entwickelt, eine eigene Layer-1-Blockchain, die in Partnerschaft mit Paradigm entstand und auf Geschwindigkeit, Interoperabilität und Compliance abzielt. Ergänzend wurden die Stablecoin-Plattform Bridge und der Krypto-Wallet-Anbieter Privy erworben.
In Zusammenarbeit mit OpenAI wurden ein ‚Agentic Commerce Protocol‘ und eine ‚Agentic Commerce Suite‘ geschaffen, um Händlern die Interaktion mit KI-Schnittstellen zu erleichtern. Der Test des x402-Standards ermöglicht KI-Agenten die autonome Zahlungsabwicklung mit Stablecoins wie USDC über das Base-Netzwerk. Stablecoins gelten als essenziell für den KI-gesteuerten Handel, da sie Preisstabilität mit den programmierbaren Vorteilen von Blockchains verbinden.




