Südkorea rüstet im Kampf gegen illegale Aktivitäten auf dem Kryptomarkt auf. Die Finanzaufsichtsbehörden setzen verstärkt auf Künstliche Intelligenz (KI), um Marktmanipulationen frühzeitig zu erkennen und die Integrität des Handels zu wahren. Diese Maßnahme reagiert auf eine signifikante Zunahme verdächtiger Transaktionen.
Die Finanzaufsichtsbehörde (FSS) hat ihre KI-gestützte Überwachungsplattform „VISTA“ (Virtual Assets Intelligence System for Trading Analysis) entscheidend weiterentwickelt. Seit ihrer Einführung 2024 analysiert VISTA Handelsdaten in verschiedenen Zeiträumen, um unlautere Praktiken zu identifizieren. Dies geschieht mithilfe hochentwickelter Algorithmen, die abnormale Handelssignale aufspüren.
„VISTA analysiert detailliert Handelsdaten von Sekunden bis Monaten und erkennt abnormale Handelsindikatoren. Ziel ist die proaktive Identifizierung von Marktmanipulationen.“
Zur technischen Aufrüstung wurden Hochleistungs-GPU-Server, darunter Nvidia H100 GPUs, angeschafft, um die riesigen Datenmengen zu verarbeiten und Hochfrequenzhandels-Bots (HFT) effektiv zu begegnen. Ein Budget von 170 Millionen Won (ca. 117.640 USD) wurde 2024 für die Servererweiterung bereitgestellt, mit weiteren Investitionen geplant. Das System soll die Abhängigkeit von manuellen Untersuchungen reduzieren, indem es potenzielle Manipulationen automatisch erkennt.
Die KI-Überwachung zielt auf diverse Manipulationsformen ab, darunter „Pump-and-Dump“-Schemata, „Wal“-Trades, API-basierte Manipulationen, Auszahlungsstopps zur Preisbeeinflussung und koordinierte Fehlinformationen über soziale Medien. Verdächtige Konten werden nachverfolgt und Nachrichten analysiert, um unfaire Handelsaktivitäten aufzudecken.
Diese verstärkte Überwachung ist eine direkte Antwort auf einen starken Anstieg verdächtiger Transaktionsmeldungen. Allein von Januar bis August 2025 wurden 36.684 Berichte eingereicht, mehr als in den beiden Vorjahren zusammen. Dies unterstreicht die Dringlichkeit robuster Überwachungssysteme im Krypto-Markt.
„Der Anstieg verdächtiger Transaktionen, von 199 Fällen 2021 auf über 19.000 im Jahr 2024, macht technologische Lösungen unerlässlich.“
Die technologischen Fortschritte unterstützen die Durchsetzung des südkoreanischen „Gesetzes zum Schutz der Nutzer virtueller Vermögenswerte“, das seit Juli 2024 gilt. Anbieter von Dienstleistungen für virtuelle Vermögenswerte (VASPs) sind nun verpflichtet, Systeme zur Meldung verdächtiger Transaktionen zu unterhalten und diese umgehend der FSS zu melden. Südkorea erwägt zudem präventive Maßnahmen zum Einfrieren illegal erworbener Gelder während Ermittlungen.




