Die türkische Regierungspartei AKP hat am 2. März 2026 einen Gesetzentwurf zur Besteuerung von Kryptowährungen im Parlament eingebracht. Dieser sieht eine Quellensteuer von 10% auf Krypto-Gewinne und eine Transaktionsabgabe für Dienstleister vor, um den wachsenden digitalen Markt zu regulieren.
Der vorgelegte Gesetzentwurf sieht vor, dass regulierte Krypto-Plattformen zukünftig vierteljährlich eine Quellensteuer von 10 % auf Gewinne aus Krypto-Asset-Transaktionen einbehalten müssen. Gewinne aus Transaktionen, die außerhalb dieser autorisierten Plattformen erzielt werden, sollen hingegen über die jährliche Steuererklärung versteuert werden. Zusätzlich wird eine Transaktionssteuer von 0,03 % für Anbieter von Krypto-Asset-Diensten auf Verkaufs- und Transfertransaktionen eingeführt, die sie durchführen oder vermitteln.
Die Türkei gehört weltweit zu den Ländern mit der höchsten Krypto-Akzeptanz, wobei das jährliche Transaktionsvolumen im Jahr 2025 fast 200 Milliarden US-Dollar erreichte.
Diese Maßnahmen sind Teil einer umfassenderen Strategie Ankaras zur Verschärfung der Aufsicht über den schnell wachsenden Sektor der digitalen Vermögenswerte. Angesichts der starken Zunahme der Krypto-Nutzung, bedingt durch Inflation und Lira-Abwertung, wird die Regulierung intensiviert. Die Behörden wollen mit den neuen Regelungen auch die Bekämpfung von Geldwäsche und Finanzkriminalität stärken und den türkischen Aufsichtsrahmen an internationale Standards anpassen.
Der Gesetzentwurf erweitert auch die Befugnisse der Finanzkriminalbehörde MASAK. Diese soll zukünftig die Möglichkeit erhalten, Bankkonten und Krypto-Wallets einzufrieren und zu verwalten, die mit illegalen Aktivitäten in Verbindung gebracht werden. Dies ist ein weiterer Schritt zur Stärkung der Finanzaufsicht.
Frühere Überlegungen zur Kryptobesteuerung wurden bereits im September 2024 fallen gelassen, um sich auf die Reduzierung von Steuerbefreiungen zu konzentrieren.
Die Idee einer Kryptobesteuerung in der Türkei ist nicht neu. Bereits im Juni 2024 deutete Finanzminister Mehmet Şimşek eine begrenzte Abgabe an. Pläne für eine generelle Besteuerung von Krypto- und Aktiengewinnen wurden im September 2024 zunächst zurückgestellt. Ab 2025 waren jedoch spezifische Steuern auf Kryptowährungstransaktionen zur Integration digitaler Vermögenswerte in das Finanzsystem in Erwägung gezogen worden, insbesondere Kapitalgewinnsteuern und Einkommensteuern auf Mining und Staking. Der aktuelle Vorschlag der Regierungspartei stellt nun einen konkreten Schritt zur Implementierung dar.




