US-Gesetz gegen Insiderhandel auf Vorhersagemärkten geplant

Nach einer aufsehenerregenden Wette auf die Absetzung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro plant der US-Abgeordnete Ritchie Torres die Einführung eines Gesetzes zur Bekämpfung von Insiderhandel auf Vorhersagemärkten. Der „Public Integrity in Financial Prediction Markets Act of 2026“ soll verhindern, dass Beamte mit nicht-öffentlichen Informationen handeln.

Die Initiative von Ritchie Torres, einem demokratischen Abgeordneten aus New York, wurde durch eine ungewöhnlich profitable Wette auf der Plattform Polymarket ausgelöst. Ein neu erstelltes Konto setzte rund 32.000 US-Dollar auf die Absetzung Maduros bis Ende Januar 2026. Stunden später wurde Maduro festgenommen, und die Wette brachte über 400.000 US-Dollar Gewinn ein.

Der Markt für Maduros Absetzung begann bereits Stunden vor der offiziellen Bestätigung der Festnahme durch die US-Regierung zu steigen. Dies wirft Fragen nach potenziellen Insiderinformationen auf, die für den Handel auf Vorhersagemärkten genutzt wurden.

Der Gesetzentwurf soll Bundesbeamten und Angestellten der Exekutive den Handel mit Vorhersagemarktverträgen untersagen, wenn sie über nicht-öffentliche Informationen verfügen.

Diese geplante Regelung erweitert bestehende Standards für Insiderhandel auf traditionellen Finanzmärkten auf den Sektor der Vorhersagemärkte. Insiderhandel, die Nutzung nicht-öffentlicher, kursrelevanter Informationen für Börsengeschäfte, ist in Deutschland und den meisten EU-Ländern strafbar.

Vorhersagemärkte verzeichneten 2025 ein Handelsvolumen von über 44 Milliarden US-Dollar. Kritiker sehen diese Märkte aufgrund fehlender Regulierungsrahmen als besonders anfällig für Insiderhandel an.

Plattformen wie Kalshi verbieten zwar den Handel mit wesentlichen nicht-öffentlichen Informationen, doch der Fall Maduro zeigt die Schwierigkeiten bei der Regulierung.