Die parteiübergreifende Krypto-Allianz im US-Senat steht vor erheblichen Hindernissen. Gesetzgebungsinitiativen für digitale Vermögenswerte und Schutzmaßnahmen für Softwareentwickler sind Berichten zufolge ins Stocken geraten, was zu wachsender politischer Spaltung führt.
Mehrere Gesetzentwürfe im US-Senat zielen darauf ab, den Kryptomarkt zu regulieren. Dazu gehören der „Digital Asset Market Clarity Act“ (CLARITY Act) und Teile des „Responsible Financial Innovation Act of 2025“ (RFIA). Ziel ist die Klärung von Zuständigkeiten zwischen Regulierungsbehörden wie der SEC und CFTC, die Festlegung von Standards für Stablecoins sowie die Adressierung von dezentraler Finanzierung (DeFi) und Softwareentwicklern. Ein Kernstück, der „Blockchain Regulatory Certainty Act“ (BRCA), soll nicht-depotführende Softwareentwickler von Registrierungspflichten als Geldübermittler ausnehmen, was von der Kryptoindustrie als wichtiger Fortschritt betrachtet wird, insbesondere im Hinblick auf Fälle wie den von Roman Storm, Mitbegründer von Tornado Cash.
„Die aktuellen Formulierungen könnten bestehende Gesetze zur Bekämpfung illegaler Finanztransaktionen untergraben und erhebliche Durchsetzungslücken schaffen.“
Diese Bemühungen sind jedoch unter Druck geraten. Führende Mitglieder des Senats-Justizausschusses äußerten Bedenken, dass die Schutzmaßnahmen für Entwickler die Bekämpfung illegaler Finanzaktivitäten erschweren könnten. Dies führte zu einem Schreiben an die Vorsitzenden des Senats-Bankenausschusses, das am 19. Januar 2026 datiert wurde und auf „erhebliche Durchsetzungslücken“ für dezentrale Plattformen hinweist, die Kriminelle anziehen könnten.
Zudem gibt es Anzeichen für eine parteipolitische Spaltung. Ein aktualisierter Entwurf zur Marktstruktur für Krypto, veröffentlicht am 21. Januar 2026 vom Vorsitzenden des Senats-Landwirtschaftsausschusses, John Boozman, wurde angeblich nicht mit dem demokratischen Senator Cory Booker geteilt.
Die geplante Abstimmung über den CLARITY Act im Senats-Bankenausschuss wurde nach internen Debatten und Widerstand aus der Industrie verschoben. Sogar Coinbase zog seine Unterstützung für den CLARITY Act zurück, mit Bedenken hinsichtlich Datenschutz und Marktbeschränkungen.
Der CLARITY Act sei in seiner jetzigen Form gravierend mangelhaft und berge das Risiko eines weiteren FTX-ähnlichen Betrugs.
Lynn Turner, ehemaliger Chef-Wirtschaftsprüfer der SEC, warnte am 15. Januar 2026 vor diesen Mängeln, insbesondere im Hinblick auf fehlende transparente Finanzinformationen und eine robuste Aufsicht.




