Wall Street: NYSE treibt Blockchain für Wertpapierhandel voran

Die Wall Street setzt verstärkt auf Blockchain-Technologie, um traditionelle Finanzmärkte zu revolutionieren. Die New York Stock Exchange (NYSE) plant eine neue Plattform für 24/7-Handel mit tokenisierten Wertpapieren, was die Effizienz und Zugänglichkeit steigern soll.

Die New York Stock Exchange (NYSE), eine Tochtergesellschaft der Intercontinental Exchange (ICE), entwickelt eine Blockchain-basierte Handelsplattform. Diese soll den Handel rund um die Uhr ermöglichen und Transaktionen sofort abwickeln. Die Einführung hängt noch von der Genehmigung der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC ab.

Tokenisierte Aktionäre sollen gleiche Dividenden- und Stimmrechte wie traditionelle Aktionäre behalten. Die Plattform wird sowohl tokenisierte Versionen traditionell ausgegebener Wertpapiere als auch nativ digitale Wertpapiere unterstützen. Dies ermöglicht auch den Handel mit Bruchteilen von Aktien, was teure Wertpapiere für Kleinanleger zugänglicher macht.

Zur Finanzierung und Abwicklung auf der neuen Plattform werden Stablecoins herangezogen, was Geldtransfers auch außerhalb traditioneller Banköffnungszeiten erlaubt.

ICE arbeitet mit Banken wie BNY Mellon und Citi zusammen, um tokenisierte Einlagen in ihren Clearinghäusern zu unterstützen. Dies erleichtert Clearing-Mitgliedern den Transfer von Geldern und die Erfüllung von Margin-Verpflichtungen.

Neben der NYSE sind auch andere Finanzakteure aktiv. Die DTCC hat ihr „Project Ion“ gestartet, eine DLT-Plattform, die bereits zehntausende bilaterale Aktientransaktionen verarbeitet. J.P. Morgan hat seine Blockchain-Tochter Onyx gegründet, die seit 2020 Handelsvolumina im Billionenbereich abgewickelt hat.

In Singapur leitet die Monetary Authority of Singapore (MAS) „Project Guardian“, das die Tokenisierung von Vermögenswerten erforscht, um die Liquidität und Effizienz der Finanzmärkte zu verbessern. Dies umfasst tokenisierte Fonds, Anleihen und Bankverbindlichkeiten.