Obwohl XRP-Exchange Traded Funds (ETFs) in kurzer Zeit Zuflüsse von über 1 Milliarde US-Dollar verzeichneten, ist der Preis der Kryptowährung Ripple (XRP) weitgehend stagnierend geblieben. Dieses scheinbare Paradoxon wirft Fragen nach der tatsächlichen Marktdynamik auf und deutet darauf hin, dass die reine Höhe der in ETFs verwalteten Vermögenswerte (AUM) irreführend sein kann.
Seit Mitte November 2025 haben XRP-ETFs beeindruckende Kapitalzuflüsse verzeichnet, wobei das verwaltete Vermögen schnell die Marke von 1 Milliarde US-Dollar überschritt. Dies spiegelt ein starkes institutionelles Interesse wider, das XRP als Brücken-Asset für Zahlungs- und Liquiditätslösungen betrachtet. Beispielsweise verwaltete der XRP-ETF von Franklin Templeton über 191 Millionen US-Dollar, während Canary Capital’s ETF bereits 337 Millionen US-Dollar in XRP hielt.
Dennoch wird dieser ‚Rekord‘ als irreführend angesehen, da Zuflüsse in ETFs nicht notwendigerweise sofortigen Kaufdruck auf dem Spotmarkt erzeugen.
Die Hauptursache für die anhaltende Preisstagnation liegt in einer ‚versteckten Flussmetrik‘. Große Verkäufe durch institutionelle Anleger oder ‚Wale‘ können die durch ETF-Käufe generierte Nachfrage neutralisieren. Ein weiterer Faktor sind die regelmäßigen monatlichen Freigaben von 1 Milliarde XRP aus Ripples Treuhandkonto (Escrow), die den Verkaufsdruck erhöhen oder die Nachfrage verwässern können.
Die ETF-Zuflüsse spiegeln eher mittel- bis langfristige Allokationsentscheidungen wider und weniger kurzfristige Handelssignale. Die nachhaltige Nachfrage, die sich aus grenzüberschreitenden Transaktionen, Stablecoin-Systemen und dem On-Demand Liquidity (ODL)-Volumen von Ripple ergibt (15 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024), wird als wichtiger für die langfristige Preisentwicklung angesehen als das reine ETF-AUM.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Milliardendollar-Rekord der XRP-ETFs zwar wachsendes institutionelles Interesse signalisiert, die komplexe Marktdynamik jedoch nicht vollständig erfasst. Die Preisstagnation ist auf eine Kombination aus Verkaufsdruck durch Großinvestoren und Ripples planmäßigen Escrow-Freigaben zurückzuführen, welche die positiven Effekte der ETF-Zuflüsse auf den Spotpreis überlagern.




