XRP: Potenzielle Entkopplung von Bitcoin durch Unternehmensanwendungen

Der Kryptowährungsmarkt könnte eine Entkopplung von Altcoins wie XRP von Bitcoin erleben. Steven McClurg, CEO von Canary Capital, sieht die zunehmenden Unternehmensanwendungsfälle und die Real-World-Tokenisierung als treibende Kräfte für XRPs potenzielle Unabhängigkeit. Diese Entwicklung könnte die traditionelle starke Korrelation mit Bitcoin aufbrechen.

Steven McClurg erwartet, dass Protokolle, die auf die Tokenisierung realer Vermögenswerte abzielen, sich anders entwickeln als der breitere Markt. Insbesondere das XRP Ledger und Hedera könnten von der Akzeptanz in Unternehmen und Tokenisierungsinitiativen profitieren. Plattformen mit klarer Nützlichkeit wie Zahlungsschienen oder tokenisierte Vermögenswerte haben laut McClurg bessere Chancen, ihren Wert zu halten, wenn spekulative Elemente abnehmen. Er prognostiziert für solche Assets eher moderate Zuwächse im niedrigen zweistelligen Bereich.

Plattformen mit klarer Nützlichkeit, wie Zahlungsschienen, tokenisierte Vermögenswerte oder Stablecoin-Infrastrukturen, haben eine bessere Chance, ihren Wert zu halten.

Für Bitcoin zeichnet McClurg ein pessimistischeres Bild. Er glaubt, dass Bitcoin seinen Zyklus-Höhepunkt bereits im Oktober 2025 erreicht hat und seitdem gefallen ist. In den nächsten sechs bis neun Monaten könnten die Preise weiter um 20–30 % sinken, was BTC vor dem Ende des Zyklus auf etwa 65.000 bis 77.000 US-Dollar positionieren würde.

Obwohl Kritiker darauf hinweisen, dass Altcoins oft stärkere Verluste erleiden und eine vollständige Unabhängigkeit von Bitcoin selten ist, deuten Analysen auf eine wachsende Entkopplung von XRP und Bitcoin hin. Die Korrelation, die historisch bei etwa 0,85 lag, ist seit Anfang 2025 in bestimmten Marktphasen unter 0,60 gefallen. Strukturelle Faktoren wie internationale Bankpartnerschaften im Ripple-Ökosystem, besonders in Asien und dem Nahen Osten, werden als Gründe für diese Entwicklung genannt. Seit März 2024 soll XRP Bitcoin übertroffen haben.

Ripple CEO Brad Garlinghouse betont, dass XRP kein von Ripple kontrolliertes Asset ist. Es basiert auf einem Open-Source, dezentralen Protokoll, bei dem Netzwerk-Upgrades kollektiv von einer globalen Gemeinschaft von Validatoren entschieden werden. Garlinghouse spricht sich zudem für eine breitere US-Digital-Asset-Reserve aus, die mehrere Kryptowährungen einschließt, anstatt sich ausschließlich auf Bitcoin zu konzentrieren.