XRP-Rechtsstreit: SEC-Klage gegen Ripple im Fokus

Der von der US-Börsenaufsichtsbehörde (SEC) im Dezember 2020 eingeleitete Rechtsstreit gegen Ripple Labs Inc. und dessen Führungskräfte ist Gegenstand intensiver Debatten in der Kryptowelt. Insbesondere die Meinung, dass das Verfahren nie hätte genehmigt werden dürfen, gewinnt an Zuspruch unter Rechtsexperten und der XRP-Gemeinschaft.

Die SEC reichte die Klage kurz vor dem Rücktritt des damaligen Vorsitzenden Jay Clayton ein. Ripple wird vorgeworfen, über sieben Jahre XRP-Token im Wert von über 1,3 Milliarden US-Dollar als nicht registrierte Wertpapiere verkauft zu haben und Investoren dabei wichtige Informationen vorenthalten zu haben.

Der Wertpapieranwalt James Murphy bemerkte, dass die überwiegende Mehrheit der erfahrenen Wertpaskanwälte XRP nie als Wertpapier betrachtet hätte.

Kritiker bemängeln die Klage als ungerechtfertigt und sehen sie als „Stellvertreterkrieg für den breiteren Altcoin-Markt“. Jay Clayton steht in der Kritik, da er später geäußert haben soll, dass Behörden keine Fälle einleiten sollten, bei denen sie sich eines Sieges nicht sicher sind.

Ein zentrales Beweismittel für Ripples Verteidigung war die „Hinman-Rede“ aus dem Jahr 2018. Darin erklärte William Hinman, dass Ether (ETH) kein Wertpapier sei. Ripple argumentierte, dass XRP aufgrund ähnlicher Verkaufsweisen ebenfalls nicht als Wertpapier eingestuft werden sollte.

Interne SEC-Dokumente zeigten, dass Hinman von Mitarbeitern gewarnt wurde, seine Rede könnte „größere Verwirrung“ im Kryptomarkt stiften.

Das Gericht entschied im Juli 2023, dass Ripples institutionelle Verkäufe von XRP als nicht registrierte Anlageverträge galten. Andere Sekundärverkäufe von XRP wurden jedoch nicht als Wertpapiergeschäfte eingestuft.