Der Kryptosektor verzeichnet Anfang 2026 einen deutlichen Aufschwung bei der Risikokapitalfinanzierung, angeführt von verstärkten Investitionen institutioneller Anleger in On-Chain-Finanzierungen. Der Fokus liegt dabei vermehrt auf Infrastruktur und realen Anwendungsfällen, was auf eine Reifung des Marktes hindeutet.
Zu Beginn des Jahres 2026 flossen erhebliche Summen in den digitalen Vermögensmarkt. Insgesamt wurden 1,4 Milliarden US-Dollar über Risikokapitalrunden und Börsengänge zugesagt. Dies markiert eine positive Entwicklung im Vergleich zu den Vorjahren, in denen die Finanzierungsaktivitäten schwankten. Die Risikokapitalfinanzierung im Krypto-Sektor wurde für 2025 auf rund 18 Milliarden US-Dollar geschätzt, wobei die Finanzierung für Blockchain- und Krypto-Startups von 10,1 Milliarden US-Dollar im Jahr 2023 auf 13,6 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024 stieg.
Ein besonderer Impuls kam nach dem Wahlsieg von Donald Trump. Krypto-Startups zogen daraufhin rund 1,3 Milliarden US-Dollar an Finanzierungen an. Diese Summe verteilte sich auf 796 Millionen US-Dollar im November und weitere 511 Millionen US-Dollar im Dezember, hauptsächlich durch Venture Capitalists. Dieser Aufschwung wird von der Erwartung eines wohlwollenderen regulatorischen Umfelds unter der neuen Regierung angetrieben.
Institutionen fokussieren sich verstärkt auf Infrastruktur und reale Anwendungsfälle im Krypto-Bereich, was die wachsende Akzeptanz und Integration in traditionelle Finanzsysteme unterstreicht.
Ein zentraler Trend ist die Tokenisierung von Real-World Assets (RWAs), insbesondere im Sektor der öffentlichen Aktien. Institutionelle Anleger gewinnen zunehmend Vertrauen in das Halten realer Finanzanlagen auf der Blockchain. Dies führt zu einer Verschiebung von synthetischen Produkten hin zu nativen, emittenten-geführten Tokenisierungen, die echtes Eigentum repräsentieren. Der Gesamtwert der On-Chain-RWAs stieg von 3 Milliarden US-Dollar im Jahr 2022 auf fast 36 Milliarden US-Dollar im November 2025.
Krypto entwickelt sich zu einer Finanzinfrastruktur, die stärker mit traditionellen Finanzmärkten und makroökonomischen Faktoren wie Zinssätzen verbunden ist. Erwartete Zinssenkungen der Federal Reserve könnten die Liquiditätsbedingungen verbessern und ein historisch günstiges Umfeld für Risikoanlagen wie Bitcoin schaffen.
Anfang 2026 gab es mehrere bemerkenswerte Investitionen: Der Stablecoin-Emittent Rain erreichte eine Bewertung von 1,9 Milliarden US-Dollar nach einer Kapitalbeschaffung von 250 Millionen US-Dollar. Der Krypto-Verwahrer BitGo vollzog einen Börsengang an der New York Stock Exchange mit einem Erlös von über 200 Millionen US-Dollar. Bitway, ein Anbieter von On-Chain-Finanzinfrastruktur, erhielt über 4,4 Millionen US-Dollar in einer Seed-Finanzierungsrunde, während die digitale Handelsplattform Everything 6,9 Millionen US-Dollar in einer ähnlichen Runde sammelte.
Trotz positiver Trends bleiben die Krypto-Märkte nach einer umfassenden Liquidation im Oktober unter Druck, die Anlegerstimmung ist von Vorsicht geprägt.
Die Branche befindet sich in einer einzigartigen Position, da Institutionen, Unternehmen und Regulierungsbehörden auf eine breitere Akzeptanz hinarbeiten. Dennoch ist die Anlegerstimmung zu Beginn des Jahres 2026 von Vorsicht und Skepsis geprägt, insbesondere nach der Marktbereinigung im Oktober.




