Quantencomputer: Gefahr für Bitcoin? Investoren fordern Schutz.

Die fortschreitende Entwicklung von Quantencomputern wirft ernsthafte Fragen bezüglich der Sicherheit von Bitcoin auf. Ein Risikokapitalgeber warnt, dass große institutionelle Investoren unzureichende Maßnahmen gegen diese Bedrohung nicht tolerieren würden und die Entwickler zum Handeln zwingen könnten.

Nic Carter, ein prominenter Risikokapitalgeber, prognostiziert, dass große institutionelle Bitcoin-Besitzer ungeduldig werden könnten, wenn die Entwicklergemeinschaft die Risiken durch Quantencomputer nicht effektiv adressiert. Er vermutet, dass solche Institutionen die aktuellen Entwickler entlassen und neue einsetzen könnten, um die notwendigen Anpassungen vorzunehmen. Carter glaubt, dass die gegenwärtigen Entwickler möglicherweise nicht handeln werden und stellt die Wahl von Institutionen wie BlackRock, die Milliarden in Bitcoin investiert haben, in den Mittelpunkt, falls die zugrundeliegenden Probleme ungelöst bleiben. Er warnt vor einer möglichen „Unternehmensübernahme“ des Netzwerks, sollte quantenresistente Kryptografie nicht zügig implementiert werden.

Die Sicherheitsarchitektur von Bitcoin stützt sich auf SHA-256 für das Mining und den ECDSA für digitale Signaturen. Während SHA-256 durch Quantenalgorithmen wie Grovers Algorithmus an Effektivität verliert, wird ECDSA als die kritischere Schwachstelle angesehen. Quantencomputer könnten theoretisch mittels des Shor-Algorithmus private Schlüssel aus öffentlichen Schlüsseln ableiten, was die Integrität von Wallets und Transaktionen gefährden würde.

Ein Versäumnis, quantenresistente Kryptografie schnell zu implementieren, könnte zu einer „Unternehmensübernahme“ des Netzwerks führen.

Die Einschätzungen zur Dringlichkeit der Quantenbedrohung variieren innerhalb der Krypto-Community erheblich. Einige Experten wie „Hunter Beast“ und Charles Edwards sehen eine unmittelbare Gefahr und fordern sofortige Maßnahmen, wie z.B. einen Bitcoin Improvement Proposal (BIP) 360. Andere, darunter Michael Saylor und Adam Back, halten die Befürchtungen für übertrieben und betonen, dass das Netzwerk noch für Jahrzehnte sicher sei. Sie warnen, dass voreilige Änderungen neue Schwachstellen einführen könnten.

Aktuelle Analysen deuten darauf hin, dass nur ein kleiner Bruchteil der Bitcoin-Adressen potenziell durch Quantencomputer gefährdet ist. Die meisten modernen Bitcoin-Adressformate verbergen die privaten Schlüssel, bis eine Transaktion gesendet wird. Zudem befindet sich die Quantencomputertechnologie noch in einem frühen Stadium. Forscher schätzen, dass Millionen von logischen Qubits erforderlich wären, um ECDSA praktisch zu brechen, weit mehr als derzeit verfügbar ist.

Die Forschung an quantenresistenten Protokollen, insbesondere im Bereich der Post-Quanten-Kryptographie (PQC), schreitet voran. Die Bitcoin-Community erforscht Lösungsansätze wie Soft Forks zur Einführung quantenresistenter Signaturen. Bereits implementierte Schnorr-Signaturen könnten zukünftige Anpassungen erleichtern und das Netzwerk widerstandsfähiger machen.