Die Europäische Union wird ab 2026 eine umfassende Krypto-Meldepflicht einführen. Gleichzeitig stimmen die Niederlande über eine grundlegende Neuerung der Vermögenssteuer ab, die auch nicht realisierte Gewinne von Krypto-Assets erfassen könnte.
Die EU-Richtlinie DAC8, die achte Version der Amtshilferichtlinie, wurde am 17. Oktober 2023 vom Rat der Europäischen Union angenommen. Sie zielt auf verbesserte Transparenz und Informationsaustausch bei Krypto-Assets ab. Bis zum 31. Dezember 2025 müssen die Mitgliedstaaten die neuen Regeln in nationales Recht umsetzen, sie treten generell ab dem 1. Januar 2026 in Kraft.
Krypto-Dienstleister, wie Börsen und Wallet-Anbieter, werden ab 2026 verpflichtet, Kundendaten und Transaktionsdetails an nationale Steuerbehörden zu melden. Dazu gehören Identifikationsangaben, Steuer-IDs, Käufe, Verkäufe, Tauschvorgänge und Wallet-Bestände. Diese Informationen werden automatisch zwischen den EU-Steuerbehörden ausgetauscht. Die ersten Meldungen für das Jahr 2026 sind für 2027 vorgesehen. Hauptziel ist die Bekämpfung von Steuerbetrug durch Nachvollziehbarkeit von Krypto-Gewinnen.
Die DAC8-Richtlinie verlangt von Krypto-Dienstleistern die Meldung von Kundendaten und Transaktionsdetails an Steuerbehörden zur Bekämpfung von Steuerbetrug.
In den Niederlanden sind Kryptowährungen Teil der Vermögenssteuer (Box 3). Für 2024 galt eine fiktive Rendite von 6,04 % auf den Wert zum 1. Januar, besteuert mit 36 %, abzüglich einer Freigrenze von 57.000 € pro Person.
Am 12. Februar 2026 stimmte das niederländische Unterhaus einem Gesetzesentwurf zu, der ab 1. Januar 2028 eine pauschale Steuer von 36 % auf die tatsächliche Wertentwicklung, inklusive nicht realisierter Gewinne, vorsieht. Dies betrifft Bitcoin, Aktien und Anleihen. Eine Freigrenze von 1.800 € pro Person ist geplant. Der Entwurf muss noch vom Senat bestätigt werden.
Kritiker befürchten ein Liquiditätsrisiko, da Anleger gezwungen sein könnten, Vermögenswerte zu verkaufen, um Steuern auf nicht realisierte Gewinne zu zahlen.
Diese neue Regelung in den Niederlanden könnte Anleger dazu zwingen, Steuern auf Wertsteigerungen zu zahlen, selbst wenn die Kryptowährungen nicht verkauft wurden.




