Bitcoin-Miner: KI-Schwenk gegen Profitdruck

Die Bitcoin-Mining-Branche steht vor einem Umbruch: Angesichts sinkender Erträge im traditionellen Mining und des steigenden finanziellen Drucks wenden sich immer mehr Unternehmen der Künstlichen Intelligenz (KI) zu. Dieser strategische Schwenk wird durch das Potenzial für deutlich höhere Umsätze im KI-Bereich und die vorhandene Infrastruktur der Miner begünstigt.

Immer mehr Bitcoin-Mining-Unternehmen investieren in High-Performance Computing (HPC) und KI-Anwendungen, da diese bis zu 25-mal höhere Umsätze pro Kilowattstunde generieren können als das klassische Bitcoin-Mining. Mehrere große Player wie Bitfarms, Core Scientific und Riot Platforms haben bereits angekündigt, ihre Geschäftstätigkeit teilweise oder vollständig auf KI-Infrastruktur auszurichten. Bitfarms plant beispielsweise, bis 2027 vollständig aus dem Bitcoin-Mining auszusteigen.

Die bestehende Infrastruktur von Bitcoin-Minern, einschließlich direkten Zugangs zu Umspannwerken mit hoher Leistung und effizienter Kühlsysteme, ist gut für den Übergang zu KI-Rechenzentren geeignet. Dies ermöglicht eine schnellere Skalierung, wie das Beispiel von CleanSpark zeigt, das eine 100-Megawatt-Anlage in nur sechs Monaten realisierte.

Der finanzielle Druck auf Bitcoin-Miner verschärft sich durch sinkende Hashpreise. Diese, als Maß für den Umsatz pro Rechenleistungseinheit, fielen von rund 55 US-Dollar im dritten Quartal 2025 auf etwa 35 US-Dollar Anfang Dezember desselben Jahres. Dies ist teilweise bedingt durch die Halbierung der Blockbelohnung im April 2024 und eine gleichzeitig gestiegene Netzwerk-Schwierigkeit.

Im November 2025 erreichte der Hashpreis mit 34,21 US-Dollar das niedrigste Niveau seit über fünf Jahren, während die durchschnittlichen Transaktionsgebühren historisch niedrig blieben.

Zusätzlich zu den sinkenden Einnahmen aus dem Mining machen die hohen Kapitalanforderungen für den Aufbau eigener KI-Rechenzentren, geschätzt auf 5 bis 8 Millionen US-Dollar pro Megawatt, die Situation komplex. Lange Wartezeiten für Netzanschlüsse in Nordamerika von über vier Jahren verstärken diese Herausforderung.

Hier bietet Co-Location-Leasing eine strategische Lösung zur Minderung der Kapitalausgaben. Miner mieten Platz in spezialisierten Rechenzentren und profitieren von deren bestehender Infrastruktur für Strom, Kühlung und Sicherheit, was die anfänglichen Investitionskosten reduziert und die Projektdauer verkürzt.