Die britische Glücksspielkommission (UKGC) erwägt die Zulassung von Kryptowährungen als Zahlungsmethode für lizenzierte Anbieter. Ziel ist es, Spieler auf regulierten Plattformen zu halten und den wachsenden Schwarzmarkt durch illegale Anbieter einzudämmen, die bereits Krypto-Zahlungen akzeptieren.
Die UKGC reagiert damit auf eine steigende Nachfrage nach Krypto-Zahlungen im Glücksspielbereich. Tim Miller, Executive Director of Research and Policy der UKGC, erklärte, dass ‚Krypto‘ eine der häufigsten Suchanfragen sei, die Spieler zu illegalen Glücksspielseiten mit geringeren Sicherheitsstandards führe. Er sieht dies als „tentativen ersten Schritt“ im Kampf gegen illegale Glücksspielangebote.
Die Nachfrage nach Krypto-Zahlungen im Glücksspiel besteht und wird voraussichtlich wachsen, insbesondere bei jüngeren Zielgruppen.
Die geplante Einführung von Krypto-Zahlungen muss mit den neuen Vorschriften der Financial Conduct Authority (FCA) konform sein. Diese basieren auf dem ‚Financial Services and Markets Act 2000 (Cryptoassets) Regulations 2025‘ und sollen voraussichtlich am 25. Oktober 2027 in Kraft treten. Ab diesem Datum werden Krypto-Asset-Aktivitäten von der FCA beaufsichtigt. Unternehmen, die digitale Assets im Glücksspielhandhabung einsetzen, müssten dann eine FCA-Autorisierung einholen. Die FCA plant, die finalen Regeln für Krypto-Aktivitäten bis 2026 zu veröffentlichen.
Die UKGC hat ihr Branchenforum beauftragt, einen gangbaren Weg für die Implementierung von Krypto-Zahlungen zu erarbeiten. Miller räumte ein, dass es „erhebliche Herausforderungen und Risiken zu überwinden“ gebe, betonte aber die Notwendigkeit, „Machbares zu erforschen“, anstatt Innovationen zu blockieren. Ein genauer Zeitplan für den Abschluss dieser Arbeit steht noch nicht fest.
Im Jahr 2025 besaßen etwa 8 Prozent der erwachsenen Bevölkerung Großbritanniens Kryptowährungen. Illegale Glücksspielanbieter kontrollierten 2024 rund 71 Prozent des europäischen Online-Wett- und Casinomarktes, während nicht lizenzierte Anbieter in Großbritannien 9 Prozent des nationalen Marktes ausmachten. Bereits im November 2025 warnte Andrew Rhodes, CEO der UKGC, vor dem steigenden Krypto-Glücksspiel und nannte einen Zeitraum von „18 Monaten bis zwei Jahren“, um diese Herausforderung anzugehen.




