In Teilen Afrikas hat Bitcoin, insbesondere in Form von Satoshis, den US-Dollar als alltägliches Zahlungsmittel abgelöst. Die lokale Bevölkerung bevorzugt die digitale Währung aufgrund ihrer Stabilität und Zugänglichkeit gegenüber traditionellen Finanzsystemen, die von hoher Inflation und mangelnder Bankeninfrastruktur geplagt werden.
Stafford Masie, Executive Chairman der Africa Bitcoin Corporation, erklärt, dass Bitcoin in Afrika nicht nur als Wertaufbewahrungsmittel, sondern primär als praktisches Zahlungsmittel dient. In bestimmten Kreislaufwirtschaften lehnen Händler den US-Dollar ab und bevorzugen Satoshis, die kleinste Einheit von Bitcoin. Dies liegt an den gravierenden wirtschaftlichen Bedingungen, wo Geldentwertung innerhalb eines Nachmittags stattfinden kann, im Gegensatz zu den geringeren jährlichen Raten in Industrieländern. Masie beschreibt Bitcoin daher als „makelloses Kapital“ und „perfektes Geld“, da es nicht entwertet, unveränderlich, dezentralisiert und nicht konfiszierbar ist – ein entscheidender Faktor für viele Afrikaner.
Hohe Inflationsraten in vielen afrikanischen Ländern begünstigen die Akzeptanz von Kryptowährungen. Länder wie Simbabwe (über 135 %), Äthiopien (26,7 %), Ghana (22,5 %) und Nigeria (über 30 %) verzeichnen extreme Teuerungsraten. Auch lokale Währungen wie der südafrikanische Rand verzeichneten im Jahr 2022 eine erhebliche Abwertung. Bitcoin bietet hier eine erheblich stabilere Alternative.
„Während in Industrieländern eine Geldentwertung von 4 % bis 5 % pro Jahr diskutiert wird, erleben Teile Afrikas eine solche Entwertung innerhalb eines Nachmittags.“
Ein weiterer wichtiger Faktor ist der eingeschränkte Zugang zu traditionellen Bankdienstleistungen. Im Subsahara-Afrika waren 2014 noch 66 % der Bevölkerung ohne Bankkonto, und Banken sind oft schwer erreichbar, insbesondere in ländlichen Gebieten, während die Transaktionskosten hoch sind. Das etablierte mobile Geld hat den Weg geebnet, und Kryptowährungen ermöglichen es den Menschen, traditionelle Bankinstitutionen zu umgehen.
Afrika hat eine junge und technikaffine Bevölkerung; über ein Viertel ist unter 20 Jahren und nimmt neue Technologien wie KI und Bitcoin begeistert an. Systemische Korruption trägt ebenfalls zur Nutzung von Bitcoin bei. Die Akzeptanz als Tauschmittel ist bereits signifikant und wächst stetig. Afrika macht 6 % des globalen Peer-to-Peer (P2P)-Krypto-Transaktionsvolumens aus, dem höchsten Wert weltweit. Allein in Nigeria gibt es über 13 Millionen Nutzer, in Südafrika 5,8 Millionen und in Kenia 4 bis 5 Millionen. Mittlerweile akzeptieren 650.000 Händler in ganz Afrika Bitcoin.
„Bitcoin bietet eine stabilere Alternative zu lokalen Währungen, die von extremer Inflation und erheblicher Abwertung betroffen sind.“
Darüber hinaus dient Bitcoin als effizientere und kostengünstigere Methode für grenzüberschreitende Überweisungen, die für viele afrikanische Volkswirtschaften von entscheidender Bedeutung sind.




