Krypto-Steuerberichtspflichten: Coinbase kritisiert neue US-Regeln

Die US-Steuerbehörde IRS führt neue Meldepflichten für Kryptotransaktionen ein, die ab 2025 greifen. Kryptobörsen wie Coinbase äußern erhebliche Kritik an den als verwirrend und belastend empfundenen Vorschriften, die tief in die Privatsphäre der Nutzer eingreifen könnten.

Ab dem 1. Januar 2025 müssen Krypto-Broker gemäß dem ‚Infrastructure Investment and Jobs Act‘ von 2021 Bruttoerlöse aus Verkäufen und Umtausch von Kryptowährungen auf dem neuen Formular 1099-DA melden. Ab 2026 wird die Meldepflicht um die Anschaffungskosten erweitert, um die Berechnung von Gewinnen und Verlusten zu unterstützen. Ziel dieser Maßnahmen ist die Erhöhung der Steuertransparenz im Bereich digitaler Vermögenswerte.

Coinbase bezeichnet die Regeln als ‚unverständlich und unangemessen belastende neue Meldepflichten‘, die eine ‚beispiellose, unkontrollierte und unbegrenzte Verfolgung des täglichen Lebens der Amerikaner‘ ermöglichen könnten.

Ein zentraler Kritikpunkt Coinbases betrifft die erweiterte Definition eines ‚Brokers‘. Diese könnte eine Vielzahl von Akteuren, einschließlich solcher im dezentralen Finanzwesen (DeFi), zur Meldung verpflichten. Dies birgt die Gefahr, dass Projekte notwendige Nutzerinformationen nicht sammeln können und somit ihre Operationen in den USA einstellen müssten.

Die IRS und das US-Finanzministerium argumentieren, dass diese Regulierungen notwendig seien, um die sogenannte ‚Steuerlücke‘ zu schließen, die durch nicht gemeldete Kryptotransaktionen entsteht. Trotz Bedenken aus der Krypto-Branche drängen auch politische Akteure wie die demokratische Senatorin Elizabeth Warren auf eine zügige Umsetzung der Regeln zur Vermeidung von Steuerausfällen.

Zukünftig könnten Krypto-Broker wie Coinbase und Kraken auch dazu ermächtigt werden, Steuerformulare ausschließlich elektronisch anstelle von Papierformularen bereitzustellen. Dies ist Teil der Bemühungen, die Meldeprozesse zu modernisieren.