CLARITY Act: Geringe Chancen auf Verabschiedung 2026

Der Digital Asset Market Clarity Act (CLARITY Act), ein wegweisender Gesetzesentwurf zur Regulierung digitaler Vermögenswerte in den USA, könnte laut Experten 2026 nicht mehr verabschiedet werden. Die Chancen sinken rapide, falls der Entwurf bis Ende April die Ausschüsse nicht passiert, was die zukünftige regulatorische Landschaft gefährdet.

Der Digital Asset Market Clarity Act von 2025, auch bekannt als CLARITY Act, stellt den bisher umfangreichsten Versuch dar, einen klaren Regulierungsrahmen für digitale Vermögenswerte in den USA zu etablieren. Der Gesetzentwurf zielt darauf ab, die Zuständigkeiten zwischen der Securities and Exchange Commission (SEC) und der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) eindeutig zu definieren und digitale Vermögenswerte in Kategorien wie digitale Rohstoffe, Anlagevertragsvermögen und zugelassene Stablecoins einzuteilen. Nachdem der Entwurf am 17. Juli 2025 mit breiter parteiübergreifender Unterstützung im Repräsentantenhaus verabschiedet wurde, stagniert er nun im Senat.

Die Wahrscheinlichkeit einer Verabschiedung des CLARITY Act im Jahr 2026 wird extrem gering, sollte der Gesetzentwurf nicht bis Ende April die Ausschüsse passieren.

Alex Thorn, Forschungsleiter bei Galaxy Digital, äußerte Bedenken hinsichtlich der Zeitpläne. Er betonte, dass der Entwurf bis Anfang Mai im Senat zur Abstimmung stehen müsse, da der Gesetzgebungskalender immer knapper werde. Der Mehrheitsführer des US-Senats, John Thune, hat signalisiert, dass der Senat voraussichtlich vor April keine Gesetzgebung zur Marktstruktur digitaler Vermögenswerte behandeln wird, da dem „SAVE America Act“ Vorrang eingeräumt wird.

Das Hauptproblem für die Verabschiedung des CLARITY Act ist die anhaltende Debatte über Stablecoin-Vergütungen und deren potenzielle Störung des traditionellen Bankensystems. Diese Meinungsverschiedenheit hat zu einer Spaltung zwischen der Banken- und der Kryptoindustrie geführt. Thorn wies zudem darauf hin, dass nach Klärung dieser Frage noch weitere Hürden in Bezug auf dezentrale Finanzen (DeFi), den Schutz von Entwicklern und den regulatorischen Umfang der Behörden bestehen könnten.

Senatorin Angela Alsobrooks vom Senatsbankenausschuss betont, dass sowohl die Krypto- als auch die Bankenlobby Kompromisse eingehen müssen, um Fortschritte zu erzielen.

Analysten von TD Cowen prognostizierten im Januar, dass eine Verabschiedung des Gesetzesentwurfs möglicherweise erst 2027 erfolgen und das Inkrafttreten 2029 stattfinden könnte. Dies unterstreicht die Komplexität und die politischen Hürden, die der CLARITY Act überwinden muss.