Geopolitische Spannungen, insbesondere im Zusammenhang mit dem Iran, beeinflussen die Finanzmärkte auf unterschiedliche Weise. Gold und Bitcoin zeigen dabei oft divergierende Reaktionen, wie Analysen von Januar 2020 und März 2026 verdeutlichen. Diese Phasen beleuchten die Rolle traditioneller und digitaler Assets in unsicheren Zeiten.
Im Januar 2020 eskalierten die Spannungen im Nahen Osten nach der Tötung des iranischen Generals Qasem Soleimani durch einen US-Drohnenangriff. Der Iran reagierte mit Raketenangriffen auf US-Militärstützpunkte im Irak. In dieser Zeit avancierte Gold zum klassischen sicheren Hafen: Der Preis stieg um bis zu 1,5 Prozent auf 1.551,52 US-Dollar pro Unze und erreichte ein Sechsjahreshoch. Innerhalb von 24 Stunden verzeichnete Gold einen Anstieg von 1,72 Prozent.
Auch Bitcoin verzeichnete eine Aufwärtsbewegung und erhöhte sich seit der Tötung Soleimanis um rund 14 Prozent. Der Kurs stieg innerhalb von zwei Stunden nach der Bekanntgabe des US-Verteidigungsministeriums um 4,1 Prozent. Dies befeuerte die Debatte um Bitcoin als möglichen sicheren Hafen, wenngleich Skepsis blieb. Auffällig war ein starker Anstieg des lokalen Bitcoin-Preises im Iran.
Gold wurde in der Krise Januar 2020 als traditioneller sicherer Hafen wahrgenommen, zu dem Anleger in Zeiten geopolitischer Unsicherheit flüchten.
Anfang März 2026 eskalierte der Iran-Konflikt erneut, diesmal durch US-israelische Militärschläge, auf die Teheran mit Angriffen in mehreren Golfstaaten reagierte. Zunächst zeigte Gold eine typische Reaktion: Der Preis stieg im frühen asiatischen Handel an und überschritt die Marke von 5.350 US-Dollar pro Unze. Dies erweiterte die Jahresrallye auf etwa 22 Prozent.
Jedoch gaben Gold und Silber ihre anfänglichen Gewinne schnell wieder ab. Bis zum 15. März 2026 war der Goldpreis seit Beginn des Konflikts um fast 4 Prozent gefallen. Bitcoin hingegen zeigte sich anfangs volatil, fiel kurzzeitig auf etwa 63.000 US-Dollar, erholte sich dann aber. Seit Beginn des Konflikts stieg Bitcoin bis zum 15. März 2026 um gut 7 Prozent.
Im März 2026 legte Bitcoin im Monatsverlauf besser als Gold zu, das im gleichen Zeitraum fiel.
Im bisherigen Monatsverlauf (Stand 5. März 2026) konnte Bitcoin sogar besser als Gold abschneiden, das um fast 2 Prozent fiel, während Bitcoin um mehr als 10 Prozent zulegte. Spot-Bitcoin-ETFs in den USA verzeichneten seit Beginn der Eskalation Nettozuflüsse von über 735 Millionen US-Dollar. Analysten vermuten, dass die Kriegsauswirkungen bereits eingepreist waren und die iranische Bevölkerung in Bitcoin flüchtete.
Während Gold im Januar 2020 als sicherer Hafen deutlich gewann, zeigte es im März 2026 eine Abschwächung. Bitcoin reagierte in beiden Phasen mit Kurssteigerungen. Die Rolle von Bitcoin als potenzieller ’sicherer Hafen‘ wird diskutiert, wobei Argumente wie das begrenzte Angebot und die Unabhängigkeit von staatlicher Geldpolitik an Bedeutung gewinnen.




