Balaji Srinivasan fordert Krypto-Tools für Flüchtlinge

Balaji Srinivasan, ehemaliger CTO von Coinbase, appelliert an die Krypto-Branche, spezielle Finanzinstrumente für Flüchtlinge zu entwickeln. Angesichts zunehmender globaler Konflikte und Migration sei dies von essenzieller Bedeutung. Er sieht in dezentralen Technologien eine Lösung, wenn traditionelle Finanzsysteme versagen.

Srinivasan prognostiziert eine steigende Zahl vertriebener Menschen, darunter Ukrainer und Arbeitskräfte aus dem Golfraum. Er beschreibt Kryptowährungen als „Kriegsmodus für das Internet“, da dezentrale Netzwerke auch unter feindseligen Bedingungen wie Cyberangriffen oder Infrastrukturausfällen funktionieren können. Öffentliche Blockchains ermöglichen Transaktionen, selbst wenn zentralisierte Systeme gestört sind.

Wenn man bequeme Verbraucher-Tools für Millionen entwickelt, die in Friedenszeiten funktionieren, dann sind sie oft robust genug, um auch in Kriegszeiten zu funktionieren.

Stablecoins, als grenzenloses digitales Geld, gewinnen an Bedeutung und erzielen eine globale Reichweite. Die Marktkapitalisierung des Stablecoins USDC näherte sich kürzlich 80 Milliarden US-Dollar, teilweise bedingt durch Kapitalflucht aus den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Obwohl Krypto-Assets eine Lösung darstellen könnten, wenn nationale Währungen zusammenbrechen, kritisiert Andi Duro, Gründer von TwoCents, dass die Branche selten Produkte speziell für Flüchtlinge entwickle. Srinivasan schlägt die Entwicklung einfacher Smartphone-Wallet-Lösungen und dezentraler Identitätssysteme vor, die auf Blockchains wie Ethereum basieren und verifizierbare digitale Identitäten ohne zentrale Datenbanken schaffen.

Dezentrale Identitätssysteme könnten Smart Contracts auf Blockchains nutzen, um kryptografisch gesicherte Identitäten zu erstellen. Dies geschieht ohne die Notwendigkeit zentraler Datenbanken oder staatlicher Institutionen, was sie zu einem potenziell wertvollen Werkzeug für staatenlose und vertriebene Personen macht.