Die US-Börsenaufsichtsbehörde (SEC) hat gemeinsam mit der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) eine bahnbrechende Leitlinie zur Klassifizierung von Kryptowährungen veröffentlicht. Diese neue Auslegung soll nach über einem Jahrzehnt der Unsicherheit Klarheit für den Markt schaffen.
Die am 17. März 2026 publizierte 68-seitige Interpretation legt fest, dass der Großteil digitaler Vermögenswerte nicht unter das US-Wertpapierrecht fällt. SEC-Vorsitzender Paul Atkins betonte, dass diese Auslegung ein klares Verständnis vermitteln werde, wie die Kommission Krypto-Assets nach dem Bundeswertpapierrecht behandelt.
Diese neue Haltung markiert eine Abkehr von der Politik unter dem früheren Vorsitzenden Gary Gensler, der bis Ende 2024 die SEC leitete. Gensler vertrat die Auffassung, dass die überwiegende Mehrheit der Kryptowährungen als Wertpapiere einzustufen sei, was zu zahlreichen Durchsetzungsmaßnahmen und erhöhter Rechtsunsicherheit führte.
Der frühere Vorsitzende Gary Gensler betrachtete die meisten Kryptowährungen, mit Ausnahme von Bitcoin, als hochriskant und spekulativ und stufte sie als Wertpapiere ein.
Die gemeinsam erarbeitete Leitlinie führt eine detaillierte Token-Taxonomie ein und definiert vier Kategorien digitaler Token, die grundsätzlich nicht als Wertpapiere eingestuft werden: digitale Rohstoffe, digitale Sammlerstücke, digitale Tools und Stablecoins.
Explizit als digitale Rohstoffe klassifiziert wurden etablierte Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum, Solana und XRP. Diese gelten nicht als Wertpapiere, sofern sie funktional in ein bestehendes Blockchain-System eingebunden sind und ihr Wert primär aus Angebot, Nachfrage und Netzwerknutzung entsteht.
Die SEC präzisiert, dass ein Token als Investmentvertrag eingestuft werden kann, wenn ein Emittent gezielt Kapital einwirbt und Gewinnerwartungen durch eigene Managementleistungen in Aussicht stellt, gemäß dem Howey-Test. Aktivitäten wie Airdrops, Protocol-Mining und Protocol-Staking fallen nicht unter das Wertpapierrecht.
Die neuen Empfehlungen sollen die regulatorische Unsicherheit im US-Kryptosektor verringern, das Vertrauen der Händler stärken und eine breitere Beteiligung am Krypto-Ökosystem fördern. Es wird erwartet, dass die SEC bald einen Vorschlag für einen ‚Safe Harbor‘ für Krypto-Unternehmen veröffentlicht.




