Südkorea: Steuerbehörde privatisiert Krypto-Verwahrung nach Diebstahl

Nach gravierenden Sicherheitslücken bei der Verwaltung beschlagnahmter Kryptowährungen plant die südkoreanische Steuerbehörde (NTS) die Auslagerung der Verwahrung an einen privaten Dienstleister. Ein kürzlicher Vorfall, bei dem eine Seed Phrase versehentlich veröffentlicht wurde, führte zu einem Krypto-Diebstahl im Wert von Millionen. Die Behörde räumt die Fehler ein und verspricht Besserung.

Die National Tax Service (NTS) in Südkorea geriet in die Kritik, nachdem am 26. Februar in einer Pressemitteilung über die Beschlagnahmung virtueller Vermögenswerte von 124 Steuersündern sensible Daten preisgegeben wurden. Hochauflösende Fotos zeigten nicht nur beschlagnahmte Hardware-Wallets, sondern auch handschriftliche Notizen mit der vollständigen 12-Wörter-Wiederherstellungsphrase. Diese Lücke wurde nur Stunden später von Unbekannten ausgenutzt, um auf eine Wallet zuzugreifen und Pre-Retogeum (PRTG)-Token im Wert von etwa 4,8 Millionen US-Dollar zu stehlen.

Der Vorfall zeige ein ‚grundlegendes mangelndes Verständnis für virtuelle Vermögenswerte‘ seitens der Steuerbehörden und kostete den Staatshaushalt Milliarden Won.

Der Dieb transferierte zunächst geringe Mengen Ethereum, um Transaktionsgebühren zu decken, bevor er die PRTG-Token in drei separaten Transaktionen entnahm. Experten kritisierten die mangelhafte Sicherheit der NTS scharf. Die NTS hat den Fehler zugegeben, sich entschuldigt und angekündigt, ihr Sicherheitssystem zu verbessern.

Dies ist nicht der erste Fall von Verlusten bei beschlagnahmten Kryptowährungen in Südkorea. Zuvor verlor die Nationale Polizeibehörde 22 Bitcoin im Wert von über 1,5 Millionen US-Dollar, da die Behörde versäumt hatte, die Gelder auf eigene Wallets zu transferieren.

Als Reaktion auf diese wiederholten Sicherheitsmängel plant die NTS, in der ersten Jahreshälfte 2026 eine professionelle private Verwahrungsgesellschaft für beschlagnahmte virtuelle Vermögenswerte auszuwählen. Die Auswahlkriterien umfassen Sicherheitsanforderungen, Unternehmensgröße und eine Versicherung gemäß dem „Virtual Asset User Protection Act“.

Zur Überwachung dieses Übergangs wurde am 11. März eine „Virtual Asset Management System Upgrade Task Force“ eingerichtet. Diese soll umfassende Arbeitsabläufe für Beschlagnahmung, Verwahrung und Verkauf verbessern und die Fachschulung erweitern. Zusätzlich plant die NTS die Einrichtung einer neuen „Digital Asset Management Division“.