Holograph Foundation: Haftstrafe nach Token-Diebstahl

Ein Pariser Gericht hat einen ehemaligen Mitarbeiter der Holograph Foundation wegen des illegalen Transfers von Token zu einer Haftstrafe verurteilt. Das Verfahren am tribunal judiciaire endete mit Schuldsprüchen in mehreren Anklagepunkten. Die Organisation selbst hat den Geschäftsbetrieb eingestellt.

Am 6. November 2026 sprach das Pariser Strafgericht ein Urteil gegen einen ehemaligen Mitarbeiter der Holograph Foundation. Der Hauptangeklagte Vitaliy K. wurde zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt, von denen er zwei Jahre verbüßen muss und der Rest zur Bewährung ausgesetzt wurde. Zudem wurde eine Geldstrafe von 600.000 Euro verhängt.

Im Mittelpunkt des Verfahrens stand die illegale Erstellung und der Transfer von 1 Milliarde HLG-Token im Jahr 2024. Die Token hatten zu diesem Zeitpunkt einen Wert von etwa 14 Millionen US-Dollar beziehungsweise rund 12,5 Millionen Euro. Zwischen Mai und August 2024 waren dafür die Minting-Regeln manipuliert worden.

Das Gericht sprach den Hauptangeklagten unter anderem wegen unbefugtem Zugriff auf ein automatisiertes Datenverarbeitungssystem, organisiertem Betrug, Geldwäsche und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung schuldig.

Auch zwei Komplizen des Hauptangeklagten wurden von dem Gericht verurteilt. Sie erhielten mildere Strafen: Ein Komplize muss eine Geldstrafe von 80.000 Euro und eine zweijährige Haftstrafe zahlen beziehungsweise antreten, von der 14 Monate zur Bewährung ausgesetzt wurden. Der andere Komplize erhielt eine Geldstrafe von 40.000 Euro und eine zweijährige, vollständig zur Bewährung ausgesetzte Haftstrafe.

Die Holograph Foundation forderte im Rahmen des Verfahrens Schadensersatz für Verluste, die mit dem Kursverfall von HLG verbunden waren. Das Gericht wies diese Forderung jedoch ab. Es sah keinen direkten kausalen Zusammenhang zwischen der Tat und dem beanspruchten Verlust, da der Kurs bereits vor den betrügerischen Handlungen erheblich gefallen war.

Die auf den Cayman Islands registrierte Holograph Foundation entwickelte Cross-Chain-Tools für Token und NFTs. Nach einem im Juli 2024 veröffentlichten Bericht über den Exploit und anschließenden Festnahmen in Italien im September 2024 hat die Organisation ihren Geschäftsbetrieb mittlerweile eingestellt und bereitet sich auf die Liquidation vor.