Die Bank of England (BoE) zeigt sich offen für eine Überarbeitung ihrer ursprünglichen Vorschläge zur Regulierung von Stablecoins. Nach starker Kritik aus der Kryptoindustrie erwägt die Zentralbank alternative Ansätze zur Steuerung von Risiken, anstatt sich ausschließlich auf Haltegrenzen zu verlassen.
Ursprünglich hatte die BoE im November 2025 vorgeschlagen, die Bestände an systemischen, an das Pfund gekoppelten Stablecoins für Privatpersonen auf 20.000 Pfund und für Unternehmen auf 10 Millionen Pfund zu begrenzen. Ziel war es, die Finanzstabilität zu wahren und zu verhindern, dass eine massive Verlagerung von Bankeinlagen in Stablecoins die Kreditvergabe im Vereinigten Königreich beeinträchtigt.
Die geplanten Obergrenzen wurden von der Branche kritisiert, da sie britische Sparer benachteiligen und die Wettbewerbsfähigkeit des Vereinigten Königreichs beeinträchtigen würden.
Kryptounternehmen und Branchenverbände bemängelten zudem, dass die Vorschläge unpraktikabel und schwer durchsetzbar seien und ein feindseliges Signal an die Kryptoindustrie senden könnten. Diese Kritik führte zu einer Neubewertung seitens der Bank of England.
Sarah Breeden, stellvertretende Gouverneurin der BoE, erklärte im März 2026, dass die Zentralbank „aufrichtig offen für andere Wege ist“, um die Risiken von Stablecoins zu managen. Das Ziel bleibt, Innovation zu fördern und gleichzeitig die Finanzstabilität zu sichern. Die Konsultationsphase zu den ursprünglichen Vorschlägen endete am 10. Februar 2026.
Neben den Haltegrenzen wurden auch die Anforderungen an die Deckungsreserven für Stablecoins angepasst. Emittenten dürfen nun bis zu 60 % der Deckungsanlagen in kurzfristigen britischen Staatsanleihen halten, während die restlichen 40 % als unverzinsliche Einlagen bei der BoE zu hinterlegen sind. Für neu als systemisch eingestufte Emittenten gilt anfänglich eine Ausnahme von 95 % in Staatsanleihen, die mit zunehmendem Umfang reduziert wird.
Die Bank of England plant, die endgültigen Regeln im Laufe des Jahres 2026 festzulegen und erwartet bis Ende 2026 erste Anträge von Stablecoin-Emittenten.




