Bitcoin-Resilienz: Stark gegen Kabelbrüche, schwach bei Hosting-Providern

Das Bitcoin-Netzwerk demonstriert beeindruckende Widerstandsfähigkeit gegenüber grossflächigen Ausfällen der globalen Internet-Infrastruktur, insbesondere bei Unterseekabel-Störungen. Eine Studie der Universität Cambridge deckt jedoch eine kritische Schwachstelle auf: die Abhängigkeit von wenigen grossen Hosting-Anbietern.

Die Analyse von 68 verifizierten Kabelstörungsereignissen zwischen 2014 und 2025 zeigt, dass selbst der Ausfall eines Grossteils der weltweiten Unterseekabel nur geringe Auswirkungen auf das Bitcoin-Netzwerk hat. Die meisten Vorfälle führten zu Veränderungen von weniger als 5 % der Knotenpunkte und korrelierten kaum mit dem Bitcoin-Preis. Ein Beispiel hierfür war der Vorfall im März 2024, bei dem sieben Unterseekabel vor der Elfenbeinküste gekappt wurden. Trotz einer regionalen Internetstörung mit hohem Schweregrad betraf dies nur etwa 0,03 % der Bitcoin-Knotenpunkte, ohne sichtbare Preisreaktion oder Störung des Konsenses.

Die Studie schätzt, dass 72 % bis 92 % der Unterseekabel zufällig ausfallen müssten, um mehr als 10 % der Bitcoin-Knotenpunkte vom Netzwerk zu trennen. Diese Robustheit wird durch die verstärkte Nutzung zensurresistenter Infrastrukturen wie Tor weiter gestärkt. Im März 2026 waren bereits 63 % der erreichbaren Bitcoin-Knotenpunkte über Tor verbunden, was die Zensurresistenz erhöht.

Gezielter Druck auf grosse Hosting-Netzwerke könnte Knotenpunkte wesentlich effizienter vom Netzwerk trennen als zufällige Infrastrukturausfälle.

Die grösste Schwachstelle des Bitcoin-Netzwerks liegt in der Konzentration von Knotenpunkten bei wenigen zentralisierten Cloud-Hosting-Anbietern. Gezielte Massnahmen gegen diese Anbieter, wie regulatorische Eingriffe oder Ausfälle, könnten das Netzwerk weitaus effektiver beeinträchtigen als physische Kabelbrüche. Das Entfernen von nur 5 % der Routing-Kapazität über die grössten autonomen Systeme könnte bereits ausreichen, um 10 % der Knotenpunkte zu trennen.

Die fünf grössten identifizierten Hosting-Anbieter mit einer signifikanten Anzahl von Bitcoin-Knotenpunkten sind Hetzner, OVHcloud, Comcast, Amazon Web Services (AWS) und Google Cloud. Eine Analyse von März 2026 zeigte, dass diese Anbieter eine beträchtliche Anzahl von Knotenpunkten hosteten. Ein Ausfall oder eine gezielte Abschaltung dieser Anbieter könnte das gesamte Bitcoin-Netzwerk ernsthaft gefährden.

Ein vollständiger Ausfall der fünf grössten Hosting-Anbieter könnte das Bitcoin-Netzwerk schwer beschädigen oder lahmlegen.