Bitcoin trotzt Short-Positionen über 70.000 USD

Trotz extrem hoher Short-Positionen und negativer Marktstimmung hält sich der Bitcoin-Preis hartnäckig über der Marke von 70.000 US-Dollar. Analysen deuten darauf hin, dass dieses Ungleichgewicht im Derivatemarkt das Potenzial für einen Short Squeeze birgt, eine plötzliche Kursrallye.

Die Finanzierungsraten an Kryptowährungsbörsen sind stark negativ, was bedeutet, dass Short-Verkäufer Gebühren zahlen. Dies ist die extremste Short-Positionierung seit August 2024 und deutet auf eine überfüllte Wette gegen den Bitcoin hin. Bitcoin-Futures zeigten im Februar 2026 Finanzierungsraten von etwa minus 0,006 Prozent, was die Dominanz der Short-Positionen unterstreicht.

Die Volatilität im Derivatemarkt erreichte ein Niveau, das zuletzt beim Zusammenbruch der FTX-Börse im November 2022 zu beobachten war.

Der Bitcoin-Preis erholte sich im Februar 2026 von einem Tiefststand bei 65.092 US-Dollar auf 66.947 US-Dollar, nachdem er kurzzeitig über 70.000 US-Dollar gehandelt wurde. Der Fear & Greed Index befand sich im Bereich von „extremer Angst“ (5 bis 8 Punkte).

Historisch gesehen folgten auf ähnliche Perioden negativer Finanzierungsraten starke Erholungen. Nach der extremen Short-Positionierung im August 2024 folgte eine Rallye von rund 83 Prozent über vier Monate. Ein hohes Volumen an Short-Positionen erhöht das Risiko eines Short Squeeze, bei dem steigende Preise zu erzwungenen Rückkäufen und weiteren Liquidationen führen können.

Abflüsse aus Spot-Bitcoin-ETFs in Höhe von 5 Milliarden US-Dollar seit November 2025 und hohe Mining-Kosten um 87.000 US-Dollar trugen zur bärischen Stimmung bei.

Bedenken hinsichtlich der Korrelation von Bitcoin mit Aktienmärkten anstelle seiner Rolle als „digitales Gold“ verstärkten die negative Marktstimmung. Drei Szenarien werden diskutiert: eine Squeeze-Rallye bis 79.200 US-Dollar, ein anhaltender Range-Handel oder ein struktureller Zusammenbruch in Richtung des Realized Price von etwa 55.000 US-Dollar.