Die Ethereum Foundation (EF) hat ein neues Mandatsdokument veröffentlicht, das ihre Rolle als neutraler Verwalter und Koordinator des Ethereum-Ökosystems definieren soll. Das 38-seitige Papier, das Mitte März 2026 herauskam, hat umfangreiche Diskussionen innerhalb der Community angestoßen und wirft Fragen zur zukünftigen Ausrichtung des Netzwerks auf.
Das Kernstück des Dokuments ist die Definition der EF als neutraler Akteur, der Ethereum als dezentrale und widerstandsfähige Infrastruktur erhalten und fördern soll. Die Foundation verpflichtet sich zur Unterstützung der Protokollebene und öffentlicher Güter, zur Koordination von Forschung und zur Förderung der Ökosystementwicklung, ohne jedoch selbst Produkte zu entwickeln oder zu leiten. Zentrale Prinzipien, die als „CROPS“ zusammengefasst werden, umfassen Zensurresistenz, Open-Source-Technologie, Datenschutz und Sicherheit.
„Ethereum sollte robust genug werden, um sich auch dann zuverlässig weiterzuentwickeln, wenn die Foundation und die aktuellen Kernentwickler verschwinden würden.“
Ein weiteres zentrales Konzept ist der „Walkaway Test“, der die Autonomie und Widerstandsfähigkeit von Ethereum unterstreicht. Die langfristigen Ziele beinhalten die Aufrechterhaltung der Dezentralisierung und die Sicherstellung der Nutzerkontrolle über Assets und Daten, während das Protokoll eine Massenskalierung erreicht.
Die Veröffentlichung des Mandats, inmitten steigenden institutionellen Interesses, hat gemischte Reaktionen hervorgerufen. Befürworter sehen darin eine notwendige Klarstellung der Kernprinzipien und eine Stärkung der neutralen Rolle der Foundation, die für die Widerstandsfähigkeit und Neutralität der Plattform sorgt.
Kritiker befürchten, dass die Foundation sich zurückzieht, gerade wenn Ethereum institutionelle Führung benötigt. Einige kritisieren mangelnde praktische Schritte für institutionelle Integration.
Dankrad Feist, ein ehemaliger Forscher der EF, merkte an, dass das Dokument wenig zur Lösung praktischer Geschäftsentwicklungsprobleme beitrage. Die Debatte spiegelt die Spannung zwischen ideologischen Werten und praktischen Wachstumschancen wider.
Zusätzlich gab es im Februar Kritik von Ethereum-Mitbegründer Vitalik Buterin bezüglich zentralisierter Kontrollpunkte in Layer-2-Netzwerken. Auch Cardano-Gründer Charles Hoskinson kommentierte und zog Parallelen zu Cardanos Governance-Pfad.




