Die Kryptobörse Gemini, gegründet von den Winklevoss-Zwillingen, erlebte nach ihrem Börsengang im September 2025 einen dramatischen Absturz ihres Aktienkurses. Während das Unternehmen strategische Anpassungen vornehmen musste, konzentrieren sich die umfangreichsten Klagen gegen Gemini auf das gescheiterte ‚Gemini Earn‘-Programm.
Gemini Space Station ging am 12. September 2025 an die NASDAQ unter dem Ticker GEMI. Der Börsengang erfolgte zu 28 US-Dollar pro Aktie, wobei die Bewertung anfänglich auf 3,3 Milliarden US-Dollar geschätzt wurde. Die Nachfrage führte zu einer Erhöhung des Ausgabepreises, und Gemini nahm insgesamt 425 Millionen US-Dollar ein. Am ersten Handelstag schloss die Aktie bei 32 US-Dollar, was einem Plus von 14 % entsprach.
Die positive Entwicklung währte jedoch nicht lange. Bereits eine Woche nach dem Börsendebüt fiel der Aktienkurs unter den Ausgabepreis. Bis Februar 2026 stürzte die Aktie auf ein Rekordtief von rund 6,50 US-Dollar ab, ein drastischer Rückgang von den anfänglichen Höchstständen um 46 US-Dollar. Dies führte zu einer Reduzierung der Marktkapitalisierung von über 4 Milliarden US-Dollar auf etwa 850 Millionen US-Dollar.
Der Aktienkurs von Gemini Space Station fiel von 46 US-Dollar im Vorjahr auf 7,2 US-Dollar, wodurch sich die Marktkapitalisierung von über 4 Milliarden US-Dollar auf 850 Millionen US-Dollar reduzierte.
Als Reaktion auf die finanzielle und marktbedingte Entwicklung vollzog Gemini im Februar 2026 eine umfassende Umstrukturierung. Mehrere Führungspositionen wurden neu besetzt, etwa 25 % der Mitarbeiter entlassen und der Börsenbetrieb in Großbritannien, der EU und Australien eingestellt. Das Unternehmen konzentrierte sich fortan stärker auf die USA und erwartete für 2025 einen bereinigten Vorsteuerverlust von rund 260 Millionen US-Dollar.
Die gravierendsten rechtlichen Auseinandersetzungen von Gemini betreffen das ‚Gemini Earn‘-Programm. Nach der Einstellung der Auszahlungen im Dezember 2022 reichten Investoren Sammelklagen ein. Die US-Börsenaufsichtsbehörde (SEC) klagte im Januar 2023 wegen des Verkaufs nicht registrierter Wertpapiere. Die Generalstaatsanwältin von New York erhob im Oktober 2023 Klage gegen Gemini, Genesis und DCG wegen Betrugs in Höhe von über 1 Milliarde US-Dollar.
Im Juli 2022 erörterte der Gemini-Verwaltungsrat die Beendigung des Earn-Programms; ein Mitglied verglich die Genesis-Situation mit Lehman Brothers vor dem Kollaps.
Obwohl Gemini Earn-Investoren ihre Krypto-Vermögenswerte durch das Insolvenzverfahren von Genesis zurückerhielten, was zur Einstellung der SEC-Klage im Januar 2026 führte, erzielte Gemini bereits 2024 eine Einigung mit der Generalstaatsanwältin von New York über 50 Millionen US-Dollar zur Entschädigung geschädigter Anleger.
Die vorliegenden Informationen deuten nicht auf spezifische Klagen hin, die direkt auf die strategischen Anpassungen nach dem Börsengang und den fallenden Aktienkurs zurückzuführen sind. Die Hauptklagen konzentrierten sich auf die Probleme des ‚Gemini Earn‘-Programms.




