IOTA-Mitbegründer Dominik Schiener hat Spekulationen über ein Scheitern der ursprünglichen Vision entschieden zurückgewiesen. Stattdessen betont er die Weiterentwicklung des Projekts hin zu greifbareren Problemen und reiferen Lösungen mit einem Fokus auf reale Anwendungsfälle.
Ursprünglich im Jahr 2015 mit dem Ziel gegründet, das technologische Rückgrat für das Internet der Dinge (IoT) zu bilden und gebührenfreie Transaktionen zu ermöglichen, hat IOTA im Frühjahr 2024 eine signifikante technologische Neuausrichtung erfahren. Die bisherige Tangle-Technologie wurde zugunsten der Move Virtual Machine aufgegeben, einer Technologie, die auch von Projekten wie Sui und Aptos genutzt wird. Dieser strategische Wandel zielt darauf ab, eine beachtliche Leistung von über 100.000 Transaktionen pro Sekunde mit einer Finalität von unter einer Sekunde zu erreichen. Schiener beschreibt IOTA nun als eine „dritte Move Layer One“ neben Sui und Aptos, die verbesserte Programmierbarkeit und Staking-Belohnungen einführt und gleichzeitig volle Dezentralisierung gewährleistet.
Die IoT-Vision von IOTA ist ‚gereift‘. Aktuelle Herausforderungen sind eine Chance für ein ‚Wiederauftauchen‘ des Projekts ‚mit aller Macht‘.
Schiener kontert die Kritik am Scheitern der ursprünglichen Vision, indem er auf die ‚gereifte‘ IoT-Vision verweist und die aktuellen Entwicklungen als Gelegenheit für eine starke Rückkehr des Projekts betrachtet. IOTA sei ‚missionsgetrieben‘ und konzentriere sich seit zehn Jahren darauf, die reale Welt in die Blockchain zu integrieren. Ein zentraler Fokus liegt auf der Digitalisierung von Handelsdaten, der Ausstellung digitaler Identitäten für Exporteure und der Einbringung tokenisierter Rohstoffe in die Blockchain. Konkrete Projekte in Kenia seit 2019 und geplante Expansionen nach Europa und in den Nahen Osten sowie Pilotprojekte für den Warenversand zwischen den USA und anderen Ländern unterstreichen diese Ausrichtung.
Der technologische Wechsel zur Move Virtual Machine hat zu internen Debatten und einem gewissen Vertrauensverlust bei langjährigen Unterstützern geführt, die sich vom Tangle-Ansatz entfremdet fühlen. Diese Spaltung in ‚Pragmatiker und Puristen‘ innerhalb der Community ist eine der aktuellen Herausforderungen. Hinzu kommen frühere Kritikpunkte bezüglich der Dezentralisierung, die nach einem Systemausfall im Jahr 2020 aufkamen, sowie Kritik an der Tokenomics, nachdem Schiener 2023 eine Erhöhung der Token-Anzahl ermöglichte.
Obwohl IOTA einst zu den Top-10-Kryptowährungen zählte und 2017 sogar den vierten Platz belegte, liegt es aktuell (Stand Februar 2026) auf Platz 138 mit einer Marktkapitalisierung von etwa 258 bis 299 Millionen Euro/US-Dollar. Der Preis liegt bei ca. 0,06 bis 0,07 Euro/US-Dollar, mit einer negativen Wertentwicklung von rund -69,28 % im letzten Jahr. Dennoch betrachtet Schiener IOTA als eine unterschätzte Layer-1-Lösung mit dem Potenzial, ein globaler Standard für die Digitalisierung zu werden.




