Der ehemalige CEO der insolventen Bitcoin-Börse Mt. Gox, Mark Karpelès, hat einen innovativen, aber umstrittenen Vorschlag zur Rückgewinnung von rund 5,2 Milliarden US-Dollar an gestohlenen Geldern eingereicht. Sein Plan, der eine Hard Fork des Bitcoin-Netzwerks vorsah, stieß jedoch auf umgehende Ablehnung in der Community.
Mark Karpelès reichte am 28. Februar 2026 einen Pull Request bei Bitcoin Core ein. Der Vorschlag zielte darauf ab, durch eine einmalige Änderung der Bitcoin-Konsensregeln rund 79.956 Bitcoin (BTC) von einer seit 2011 unberührten Wallet an eine vom Mt. Gox-Treuhänder kontrollierte Adresse zu transferieren. Diese Menge entspräche aktuell einem Wert von etwa 5,2 Milliarden US-Dollar.
Karpelès betonte, dass die betreffenden Coins seit über 15 Jahren nicht bewegt wurden und zu den bekanntesten „Unspent Transaction Outputs“ (UTXOs) gehören. Die Gelder sollten über den bestehenden rechtlichen Rahmen des Sanierungsverfahrens an die rechtmäßigen Mt. Gox-Gläubiger ausgeschüttet werden.
Kritiker befürchteten, dass eine solche Änderung das fundamentale Prinzip der Unveränderlichkeit der Bitcoin-Blockchain untergraben und einen gefährlichen Präzedenzfall schaffen könnte.
Die Hauptkritikpunkte der Community drehten sich um das Prinzip der Immutabilität. Es wurde befürchtet, dass die vorgeschlagene Änderung zu ähnlichen Forderungen nach Krypto-Code-Anpassungen nach künftigen Hacks führen und das Netzwerk fragmentieren könnte, ähnlich wie beim Ethereum DAO Hack 2016.
Die Community wies darauf hin, dass eine Hard Fork einen überwältigenden Konsens von Minern, Node-Betreibern und der breiteren Nutzerschaft erfordert, was in diesem Fall als unwahrscheinlich galt.
Mt. Gox war einst die weltgrößte Bitcoin-Börse und wickelte Anfang 2014 über 70 % aller Transaktionen ab, bevor sie nach mehreren Hacks und dem Verlust Hunderttausender Bitcoins 2014 Insolvenz anmeldete. Die nun zur Debatte stehenden 79.956 BTC sind von den etwa 200.000 BTC zu trennen, die bereits im Rahmen des regulären Rückzahlungsprozesses an Gläubiger gehen und bis Oktober 2026 abgeschlossen sein soll.




