Das britische Fintech-Unternehmen Revolut hat am 5. März 2026 einen erneuten Antrag auf eine nationale US-Banklizenz eingereicht. Dieser strategische Schritt zielt darauf ab, die Präsenz auf dem amerikanischen Markt zu stärken und die Abhängigkeit von Partnerbanken zu verringern.
Der Antrag richtet sich an das Office of the Comptroller of the Currency (OCC) und die Federal Deposit Insurance Corporation (FDIC) mit dem Ziel, die ‚Revolut Bank US, N.A.‘ zu gründen. Eine Genehmigung würde Revolut die direkte Ausgabe von Einlagenversicherungen, Privatkrediten und Kreditkarten ermöglichen. Zudem würde dies den direkten Zugang zu wichtigen Zahlungssystemen wie Fedwire und ACH eröffnen. Dies verspricht eine beschleunigte Produktentwicklung und -einführung in allen 50 Bundesstaaten unter einem einheitlichen bundesweiten Regulierungsrahmen.
Eine erfolgreiche Genehmigung würde es Revolut ermöglichen, direkt versicherte Einlagen anzubieten und den Zugang zu wichtigen Zahlungssystemen zu erhalten.
Dies ist nicht Revoluts erster Versuch in den USA. Ein früherer Antrag wurde 2021 eingereicht, jedoch aufgrund regulatorischer Bedenken und interner Kontrollprobleme, darunter ein Verlust von 20 Millionen US-Dollar durch eine Schwachstelle, zurückgezogen. Zuvor erwog Revolut den Kauf einer bestehenden US-Bank, entschied sich jedoch für einen eigenständigen Lizenzantrag. Derzeit operiert Revolut in den USA über Partnerschaften mit lokalen Banken.
Revolut, ein als ‚krypto-freundlich‘ geltendes Unternehmen, musste 2023 seine Krypto-Dienste für US-Kunden einstellen. Eine US-Banklizenz könnte die Integration von Fiat-, Karten-, Spar- und Krypto-Funktionalitäten unter einem regulierten Dach verbessern. Die Entscheidung für den erneuten Antrag wird durch ein günstigeres regulatorisches Umfeld unter der Trump-Administration begünstigt, die eine deregulierte Agenda verfolgt.
Im Jahr 2024 genehmigte das OCC 14 Anträge für de novo Charters, darunter auch für Kryptofirmen wie Circle und Ripple.
Revolut bedient weltweit über 70 Millionen Kunden, davon fast 1,2 Millionen in den USA, und strebt bis Mitte 2027 die Marke von 100 Millionen Kunden an. Das Unternehmen, das im November 2025 mit 75 Milliarden US-Dollar bewertet wurde, ernannte Cetin Duransoy zum neuen CEO für die USA. Im Geschäftsjahr 2024 verzeichnete Revolut ein Umsatzwachstum von 72 % auf 4 Milliarden US-Dollar und einen Gewinnanstieg vor Steuern um 149 % auf 1,4 Milliarden US-Dollar.




