Laut einem Bericht der Blockchain-Analysefirma Elliptic vom 21. Februar 2026 nutzen russland-nahe Kryptowährungsplattformen weiterhin Schlupflöcher, um internationale Sanktionen zu umgehen. Diese Dienste ermöglichen es russischen Akteuren, Gelder außerhalb des traditionellen Bankensystems zu transferieren, was alternative Finanzpipelines schafft.
Russland-verknüpfte Krypto-Plattformen ermöglichen die Umwandlung von Rubel in Krypto-Assets, deren grenzüberschreitenden Transfer ohne traditionelle Banken und die anschließende Rückumwandlung in lokale Währungen im Ausland. Trotz regulatorischen Drucks wickeln viele dieser Börsen weiterhin hohe Volumina an Krypto-Transaktionen ab, die mit sanktionierten Entitäten verbunden sind.
Elliptic identifizierte fünf Hauptplattformen: Bitpapa, ABCeX, Exmo, Rapira und Aifory Pro. Bitpapa, eine in den VAE registrierte P2P-Plattform, wurde im März 2024 von OFAC sanktioniert. Rund 9,7 Prozent seiner ausgehenden Krypto-Gelder sind für sanktionierte Ziele bestimmt, darunter 5 Prozent für die sanktionierte Börse Garantex. Bitpapa nutzt Wallet-Rotationen zur Verschleierung.
ABCeX, mit einem Büro in Moskau, verarbeitete mindestens 11 Milliarden US-Dollar an Krypto-Assets, wobei erhebliche Volumina an Garantex und Aifory Pro flossen. Exmo gab einen Rückzug aus dem russischen Markt bekannt, teilt aber laut Elliptic dieselbe Wallet-Infrastruktur mit Exmo.me. Exmo wickelte über 19,5 Millionen US-Dollar in Transaktionen mit sanktionierten Entitäten ab.
Rapira, in Georgien registriert und mit einem Büro in Moskau, bewegte über 72 Millionen US-Dollar mit der sanktionierten Börse Grinex. Ende 2025 gab es Berichte über Durchsuchungen von Rapiras russischen Büros. Aifory Pro bietet Bargeld-zu-Krypto-Dienstleistungen und virtuelle Zahlungskarten an, um sanktionsbedingte Einschränkungen für russische Nutzer zu umgehen.
Die Infrastruktur zur Sanktionsumgehung durch Kryptowährungen hat sich nicht aufgelöst, sondern auf eine größere Anzahl von Plattformen fragmentiert.
Elliptic schlussfolgert, dass Durchsetzungsmaßnahmen die Aktivitäten eher umlenken als eliminieren. Als Reaktion darauf erwägt die EU ein pauschales Verbot aller Krypto-Transaktionen mit Russland, um die Entstehung neuer Umgehungsplattformen zu verhindern. Die Schließung von Garantex im März 2025 führte zu einer Verlagerung der Aktivitäten auf andere Börsen.




