Stiftungen prüfen Krypto-Allokationen wegen Renditesuche

Angesichts schwierigerer Renditeaussichten bei traditionellen Anlagen prüfen Stiftungen zunehmend die Allokation von Kryptowährungen in ihren Portfolios. Dieses wachsende Interesse wird durch die Suche nach alternativen Renditequellen und die Diversifizierung von Portfolios vorangetrieben.

Das steigende Interesse an Krypto-Assets wird durch die Notwendigkeit der Renditeverbesserung in einem Marktumfeld mit wenigen lukrativen traditionellen Anlageideen verstärkt. Die zunehmende Reifung des Krypto-Ökosystems, klarere regulatorische und bilanzielle Rahmenbedingungen sowie die Einführung von Krypto-ETFs tragen ebenfalls zu einem erhöhten Vertrauen institutioneller Anleger bei. Diese ETFs bieten regulierte Anlageinstrumente und vereinfachen den Zugang zum Markt, ohne technische Komplexität, und verbessern Liquidität sowie Sicherheit.

Amerikanische Stiftungen und Universitätsstiftungen erhöhen ihre Kryptowährungsinvestitionen. Ein Beispiel ist Pantera Capital, das seit 2018 einen achtfachen Anstieg an Stiftungs- und Endowment-Kunden verzeichnete.

Franklin Templeton prognostiziert für 2026 einen erheblichen Anstieg der Krypto-Allokationen durch institutionelle Anleger, was auf eine grundlegende Transformation in der Wahrnehmung digitaler Vermögenswerte hindeutet.

Trotz des wachsenden Interesses bestehen weiterhin Bedenken hinsichtlich Volatilität, Liquidität und Regulierung. Für Stiftungen ist die Einhaltung des Grundsatzes der ungeschmälerten Erhaltung des Grundstockvermögens essenziell. Dies erfordert eine sichere Verwaltung der Krypto-Assets, einschließlich des Schutzes privater Schlüssel, der Trennung vom Stiftervermögen und einer umsichtigen Diversifizierung, um Totalverluste zu vermeiden.

In Deutschland können Krypto-Assets Teil einer langfristigen und rechtssicheren Vermögensanlage innerhalb einer privatnützigen Stiftung sein. Das Trading ist zulässig, sofern sorgfältig, diversifiziert und mit Vorsicht bei Altcoins.

Stiftungen haben bei der Wahl ihrer Anlageformen großen Spielraum, solange Risiko und Rendite dem Stiftungszweck entsprechen. Steuerliche Vorteile können sich bei Stakingeinkünften ergeben. Die Zahl der Krypto-Anleger in Deutschland stieg 2024 auf 5,8 Millionen.

Dennoch sollten diversifizierte Aktienmärkte wie der S&P 500 aufgrund ihrer langjährigen Erfolgsbilanz stabiler Renditen weiterhin das Fundament der meisten institutionellen Portfolios bilden.