Nach neun Jahren hebt Südkorea das Verbot für Krypto-Investitionen durch Unternehmen auf. Die Financial Services Commission (FSC) hat die Richtlinien finalisiert, die es börsennotierten Unternehmen und professionellen Investoren ermöglichen, wieder mit digitalen Vermögenswerten zu handeln. Dies markiert eine signifikante Kehrtwende in der südkoreanischen Krypto-Politik, die 2017 wegen Bedenken bezüglich Spekulation und Finanzkriminalität eingeführt wurde.
Die Lockerung erfolgt schrittweise. Bereits in der ersten Jahreshälfte 2025 dürfen ausgewählte Einrichtungen wie gemeinnützige Organisationen und Universitäten Bitcoin und Ethereum zu Auszahlungszwecken handeln. Börsennotierte Unternehmen und andere Gesellschaften sollen ab der zweiten Jahreshälfte 2025 im Rahmen eines Pilotprogramms mit dem Kauf und Verkauf digitaler Vermögenswerte beginnen können. Die vollständigen Richtlinien werden für Anfang 2026 erwartet, der Handelsbeginn für Unternehmen dann im selben Jahr.
Berechtigte Unternehmen dürfen bis zu 5 % ihres Eigenkapitals jährlich in Kryptowährungen investieren, beschränkt auf die 20 größten Kryptowährungen.
Diese Investitionen sind auf die 20 nach Marktkapitalisierung größten Kryptowährungen beschränkt und müssen über die fünf größten regulierten Börsen Südkoreas abgewickelt werden: Upbit, Bithumb, Korbit, INEX und Coinone. Die Aufnahme von Stablecoins wird noch diskutiert. Die Börsen müssen zudem gestaffelte Ausführungen und Ordergrößenbeschränkungen einführen, um Marktrisiken zu minimieren.
Die südkoreanischen Behörden begründen die Politikänderung mit der Implementierung des Virtual Asset User Protection Act, der stärkere Sicherheitsvorkehrungen schaffen soll. Die Maßnahme ist Teil der „Wachstumsstrategie 2026“ der Regierung, die auch neue Gesetze für Stablecoins und die Zulassung von Spot-Krypto-ETFs vorsieht.
Analysten erwarten, dass durch die Lockerung „Zehntausende von Milliarden Won“ in den Markt fließen könnten, was die Entwicklung lokaler Krypto-Unternehmen fördern soll.
Kritiker bemängeln jedoch, dass die 5 %-Investitionsgrenze im Vergleich zu anderen Regionen wie den USA, Japan oder der EU, die keine solchen Beschränkungen haben, als zu streng empfunden wird. Das Ende des Verbots soll den heimischen Markt für digitale Vermögenswerte stärken und institutionelles Kapital anziehen.




