Tornado Cash Gründer: US-Staatsanwälte wollen neuen Prozess

Trotz der jüngsten Anerkennung legaler Anwendungsfälle für Kryptowährungs-Mixer durch das US-Finanzministerium, streben Staatsanwälte eine Wiederaufnahme des Verfahrens gegen Tornado Cash-Mitgründer Roman Storm an. Ein erster Prozess führte zu einer uneinheitlichen Juryentscheidung bei den schwerwiegenderen Anklagepunkten.

Roman Storm wurde im August 2025 wegen Verschwörung zum Betrieb eines nicht lizenzierten Geldübertragungsgeschäfts verurteilt. Die Jury konnte sich jedoch nicht auf ein einstimmiges Urteil bei den Anklagepunkten Verschwörung zur Geldwäsche und Verstoß gegen US-Sanktionen einigen. Staatsanwälte des Southern District of New York (SDNY) streben nun einen neuen Prozess für diese Punkte an, der im Oktober 2026 beginnen und etwa drei Wochen dauern soll. Storm drohen bei einer Verurteilung bis zu 40 Jahre Haft.

Die Staatsanwaltschaft wirft Storm und seinen Mitbegründern vor, Tornado Cash so konzipiert zu haben, dass über 1 Milliarde US-Dollar an illegalen Geldern gewaschen wurden. Hunderte Millionen Dollar sollen auf die sanktionierte nordkoreanische Lazarus Group zurückzuführen sein. Die Verteidigung argumentiert, Storm habe lediglich Open-Source-Code geschrieben und keine Kontrolle über die Nutzung des Protokolls durch Dritte gehabt.

Storms Verteidiger haben beantragt, das bestehende Urteil aufzuheben und argumentieren, dass ein neuer Prozess verfrüht sei, solange dieser Antrag noch anhängig ist.

Ein weiterer Mitbegründer, Alexey Pertsev, wurde im Mai 2024 in den Niederlanden wegen Geldwäsche mit Tornado Cash zu 64 Monaten Gefängnis verurteilt und hat Berufung eingelegt.

Das US-Finanzministerium hat im März 2026 in einem Bericht anerkannt, dass rechtmäßige Nutzer Krypto-Mixer zur Wahrung der finanziellen Privatsphäre einsetzen können, beispielsweise zum Schutz von Vermögen oder Transaktionen. Trotzdem betont der Bericht die Risiken des Missbrauchs durch Kriminelle, insbesondere zur Verschleierung illegaler Finanzflüsse.

Das Justizministerium (DOJ) kündigte im April 2025 an, die ‚Regulierung durch Strafverfolgung‘ bei Krypto-Plattformen zu reduzieren, behält aber Priorität bei Fällen, die Sanktionen, Hacking und Terrorismus betreffen.