US-amerikanische Demokraten im Senat und Repräsentantenhaus schlagen Alarm wegen Prognosemärkten, die sich auf tragische Ereignisse wie Kriege, Terroranschläge und Attentate beziehen. Ihr Ziel ist es, menschliches Leid nicht länger für finanzielle Gewinne auszunutzen und das Risiko von Insiderhandel zu minimieren, indem sie ein umfassendes Verbot anstreben.
Senator Chris Murphy (Demokrat, Connecticut) kündigte die Einführung einer Gesetzgebung an, die Prognosemärkte als „korrupt und destabilisierend“ verbieten soll. Er äußerte Bedenken, dass Personen mit Insiderwissen über geopolitische Ereignisse diese Märkte zu ihrem Vorteil nutzen könnten. Als Beispiel nannte er Wetten auf Polymarket, die sich auf militärische Angriffe in Israel und Gaza bezogen und deren Quoten mit der Eskalation der Spannungen schwankten.
Wir müssen die Ausbeutung menschlichen Leidens durch diese Märkte stoppen und das Risiko von Insiderhandel minimieren.
Am 9. März stellten der kalifornische Abgeordnete Mike Levin und Senator Adam Schiff (Demokrat, Kalifornien) den „Discourage Exploitation of Tragedy and Harm in Event Systems Act“ (DEATH BETS Act) vor. Dieser Gesetzentwurf würde das Commodity Exchange Act ändern und der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) untersagen, Verträge zu listen, die Terrorismus, Attentate, Krieg oder den Tod einer Person zum Gegenstand haben. Befürworter argumentieren, dass diese Maßnahme notwendig sei, um „große Lücken“ im bestehenden Recht zu schließen und Spekulationen über menschliches Leid zu unterbinden, da diese Märkte keinen öffentlichen Nutzen hätten.
Die Gesetzgeber verweisen auf konkrete Fälle: Über eine halbe Milliarde US-Dollar sollen auf den Zeitpunkt von US-Militärschlägen gegen den Iran gesetzt worden sein. Auch Verträge über nukleare Explosionen oder das Schicksal politischer Führer wie Nicolás Maduro waren auf Plattformen wie Polymarket verfügbar. Berichten zufolge erzielten sechs Konten auf Polymarket 1,2 Millionen US-Dollar Gewinn durch Wetten auf die Absetzung des iranischen Obersten Führers Khamenei, kurz bevor dies bekannt wurde.
Solche Wetten auf Leben und Tod sind unangemessen und müssen durch ein klares Verbot unterbunden werden.
Die CFTC verbietet zwar bereits Derivateverträge über Terrorismus, Attentate oder Kriege, wenn sie dem öffentlichen Interesse zuwiderlaufen. Der neue Gesetzentwurf zielt jedoch darauf ab, diesen Ermessensspielraum zu eliminieren und ein explizites Verbot zu verankern. Kritiker aus der Branche weisen darauf hin, dass inländische, regulierte Märkte in den USA bereits keine kriegsbezogenen Verträge listen dürfen und der Vorschlag unregulierte Offshore-Plattformen mit strengen Auflagen inländischer Börsen verwechsle.
Der Vorsitzende der CFTC, Michael Selig, kündigte unterdessen an, dass die Behörde neue Regeln und Richtlinien für Prognosemärkte entwickeln wird, um klare Standards zu schaffen.




