Die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) der USA kündigt unter dem neuen Vorsitzenden Michael Selig eine intensivere Regulierung von Vorhersagemärkten an. Ziel ist es, diese als Derivatemärkte zu behandeln und klare regulatorische Rahmenbedingungen zu schaffen, anstatt sie als Glücksspiel zu betrachten. Dies markiert einen strategischen Wandel, um amerikanische Zuständigkeit zu sichern.
Unter der Führung von Michael Selig verfolgt die CFTC die Strategie, die ausschließliche Zuständigkeit für Vorhersagemärkte als Derivatemärkte zu beanspruchen. Selig argumentiert, dass eine Blockade dieser Märkte lediglich zu deren Abwanderung ins Ausland führen würde, ähnlich wie bei Kryptowährungen. Daher sei es essenziell, die Regulierung und die entsprechenden Regeln innerhalb der Vereinigten Staaten zu etablieren.
Am 12. März 2026 hat die CFTC eine ‚Advance Notice of Proposed Rulemaking‘ (ANPR) veröffentlicht, um die Öffentlichkeit zur Abgabe von Kommentaren bezüglich neuer oder angepasster Vorschriften für Event-Kontrakte auf Vorhersagemärkten aufzufordern. Dies könnte den Grundstein für den ersten umfassenden föderalen Regulierungsrahmen für diese Märkte legen. Parallel dazu gab die CFTC-Division of Market Oversight Empfehlungen für Börsen heraus, die auf die Notwendigkeit von Regeln gegen Insiderhandel und Marktmanipulation bei Event-Kontrakten hinweisen.
Die CFTC fordert Börsen auf, bei Sportverträgen mit Ligen zu kooperieren, um Compliance und Integrität sicherzustellen.
Die CFTC nimmt von früheren Ansätzen Abstand, wie einem Verbot von Sport- und Politikwetten auf Vorhersagemärkten aus dem Jahr 2024 und einer Warnung vor sportbezogenen Verträgen aus dem Jahr 2025. Selig begründete diesen Schritt mit der Schaffung von Marktunsicherheit durch die früheren Maßnahmen. Die ANPR wirft zudem grundsätzliche Fragen zur Integration von Vorhersagemärkten in das bestehende CFTC-Regulierungsframework auf.
Es wird untersucht, wie Kernanforderungen wie Marktüberwachung, Positionslimits und der Umgang mit Insiderinformationen auf diese Märkte angewendet werden sollen. Zudem plant die CFTC eine verstärkte Koordination mit der Securities and Exchange Commission (SEC) im Bereich der digitalen Vermögenswerte, was durch ein unterzeichnetes Memorandum of Understanding zur Verbesserung der Zusammenarbeit und Beendigung von Zuständigkeitskonflikten unterstrichen wird.
Ein Fall auf Polymarket verdeutlicht Bedenken hinsichtlich Insiderhandels, bei dem ein Händler durch einen Event-Kontrakt kurz vor einem realen Ereignis hohe Gewinne erzielte.
Eine zentrale Herausforderung für die CFTC bleibt die klare Abgrenzung zwischen zulässigen Derivatemärkten und Glücksspiel, insbesondere im Kontext von Sportwetten. Die ANPR hat eine Frist von 45 Tagen für öffentliche Stellungnahmen.




