Der Hype um KI-Rechenzentren setzt den Bitcoin-Mining-Sektor unter Druck. Ein wachsender Energiebedarf und eine steigende Nachfrage nach Rechenleistung machen die beiden Branchen zu direkten Konkurrenten, was zu einer strategischen Neuausrichtung bei Bitcoin-Minern führt.
KI-Rechenzentren verbrauchen bereits heute weltweit mehr Strom als Bitcoin-Mining-Anlagen. Schätzungen zufolge liegt der Anteil von KI bei 1 bis 1,3 Prozent des globalen Stromverbrauchs, etwa das Dreifache von Bitcoin-Mining. Bis 2030 könnte der Stromverbrauch von KI-Rechenzentren in den USA auf bis zu 9 Prozent ansteigen. Große Technologieunternehmen wie Amazon, Microsoft und Google sind auf der Suche nach neuen Standorten und Energiequellen. Dabei spielt der Strompreis eine untergeordnete Rolle, was sie zu bevorzugten Kunden für Energieversorger macht. Dies benachteiligt Bitcoin-Miner im Wettbewerb um Energieverträge, wie das Beispiel von Amazon zeigt, das ein atombetriebenes Rechenzentrum von Talen Energy erhielt, während ein großer Bitcoin-Miner leer ausging.
Analysten erwarten, dass der Stromverbrauch von KI-Rechenzentren weiter zunehmen wird und bis 2030 bis zu 9 Prozent des gesamten US-Stroms ausmachen könnte.
Als Reaktion auf den steigenden Wettbewerb und den Margendruck im Bitcoin-Mining, insbesondere nach dem Halving im April 2024, diversifizieren viele Bitcoin-Miner ihre Geschäftsmodelle. Sie nutzen ihre vorhandene Infrastruktur und günstige Energiepreise, um Dienstleistungen für Hochleistungsrechnen (HPC) und KI-Anwendungen anzubieten. Unternehmen wie Core Scientific haben bereits Verträge zur Verpachtung von Anlagenkapazitäten für KI-Anwendungen abgeschlossen, die ihnen über viele Jahre hinweg signifikante Einnahmen sichern sollen. Auch andere Miner investieren in KI-Infrastruktur oder schließen entsprechende strategische Deals ab.
Die Umstellung auf KI-Dienste bietet Bitcoin-Minern stabilere und margenstärkere Einnahmequellen im Vergleich zum volatilen Bitcoin-Mining-Geschäft.
Bitcoin-Miner besitzen einen strategischen Vorteil durch die Kontrolle über Energie und Fläche sowie durch ihre bestehende Infrastruktur. Dies ermöglicht eine schnellere Inbetriebnahme von Rechenzentren für KI-Anwendungen, was Technologieunternehmen helfen kann, Milliarden zu sparen und lange Wartezeiten zu umgehen. Die Umstellung auf KI-Dienste verspricht deutlich höhere Umsätze pro Kilowattstunde im Vergleich zum Bitcoin-Mining. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in der Investorenbewertung wider, die zunehmend das KI-Potenzial von Minern berücksichtigt.




