Krypto-Firma Blockfills meldet Insolvenz nach Chapter 11 an

Das Krypto-Kredit- und Handelsunternehmen Blockfills hat Insolvenz nach Chapter 11 angemeldet. Die Entscheidung, die als verantwortungsvollster Weg bezeichnet wird, soll den Unternehmenswert erhalten und die Rückzahlungen für Investoren maximieren. Zuvor wurden bereits Ein- und Auszahlungen gestoppt.

Blockfills, ansässig in Chicago, reichte zusammen mit seiner Muttergesellschaft Reliz Ltd. und verbundenen Unternehmen am 15. oder 16. März 2026 einen Insolvenzantrag nach Chapter 11 beim US-Insolvenzgericht für den Bezirk Delaware ein. Diese Maßnahme wurde ergriffen, um den Wert des Unternehmens zu schützen und die Erstattungen für Investoren zu optimieren.

Bereits im Februar 2026 sah sich Blockfills gezwungen, sämtliche Ein- und Auszahlungen für Kunden zu pausieren. Als Gründe wurden Liquiditätsengpässe und die anhaltenden Markt- und Finanzbedingungen angegeben. Dieser Schritt folgte auf erheblichen Druck, der unter anderem durch eine Klage des Großgläubigers Dominion Capital in New York ausgelöst wurde. Dominion Capital erhob den Vorwurf des Missbrauchs von Kundengeldern und der Vermischung mit Unternehmensvermögen.

Ein Bundesrichter ordnete daraufhin die Einfrierung von 70,6 Bitcoin an, die mit dem strittigen Fall in Verbindung stehen.

Die Insolvenzanmeldung offenbart eine erhebliche finanzielle Diskrepanz. Blockfills beziffert seine Vermögenswerte auf geschätzte 50 bis 100 Millionen US-Dollar, während die Verbindlichkeiten mit 100 bis 500 Millionen US-Dollar um ein Vielfaches höher liegen. Das Unternehmen verbuchte Verluste von 75 Millionen US-Dollar in den Bereichen Kreditvergabe, Krypto-Mining und Handel.

Ein Bilanzdefizit von rund 80 Millionen US-Dollar, verschärft durch frühere Buchhaltungsfehler, wurde potenziellen Investoren bereits offengelegt. Die Insolvenz nach Chapter 11 erlaubt Blockfills eine gerichtliche Überwachung der Restrukturierung, um den Betrieb zu stabilisieren, weitere Liquiditäts- und Rückgewinnungsquellen zu erschließen und strategische Optionen zu prüfen.

Kunden, deren Gelder seit Februar blockiert sind, warten weiterhin auf Klarheit bezüglich der Höhe möglicher Rückerstattungen. Das Unternehmen erwartet zwischen 1.000 und 5.000 Gläubiger.

Im Zuge der Turbulenzen trat Mitgründer und CEO Nicholas Hammer im Februar 2026 zurück. Mark Renzi übernahm die Position des Chief Transformation Officer.